Mi, 22. November 2017

Belebung erst 2016

03.06.2015 10:54

OECD: Wachstum in Österreich bleibt gedämpft

Die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) erwartet für Österreich, dass das Wachstum heuer gedämpft bleibt, im kommenden Jahr aber anziehen wird. Die Wachstumsprognose für 2015 wurde auf 0,6 Prozent zurückgenommen. Die Steuerreform dürfte 2016 den privaten Konsum ankurbeln, so die OECD in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Ausblick, weshalb ein höheres Wachstum von 1,7% prognostiziert wird.

Nachlassende geopolitische Spannungen, eine kräftigere Auslandsnachfrage und die Euro-Abwertung sollten dem Exportwachstum Impulse verleihen. Ein günstiges Umfeld für eine Erholung der Investitionen werde durch die Belebung des Handels und die niedrigen Zinsen geschaffen. Eine genaue Beobachtung und Aufsicht der Banken sei für die Wiederherstellung des Vertrauens von entscheidender Bedeutung.

"Eine weitere Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen, und insbesondere der Frauen würde dazu beitragen, das Wachstum inklusiver zu gestalten", so die OECD. Vorgezogen werden sollten die Vorbereitungen für die geplante Anpassung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer.

Arbeitslosigkeit soll 2016 leicht zurückgehen
Bei der Arbeitslosenrate erwartet die OECD heuer 5,8 Prozent und im kommenden Jahr einen leichten Rückgang auf 5,7 Prozent. Der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird für heuer mit minus 2,3 Prozent und für 2016 mit minus 2,1 Prozent prognostiziert.

Die Investitionen in Österreich lägen trotz eines Rückganges nach wie vor höher als in anderen europäischen Ländern. Zurückzuführen sei dies zum Teil auf einen größeren Anteil an Investitionen in den privaten Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur. Potenzielle Impulse für Investitionen und Unternehmertum bringen könnten staatliche Initiativen zur Förderung von Wagniskapital und Crowdfunding und ein intensiveres Engagement im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen.

Steuerreform dürfte privaten Konsum ankurbeln
Die mit 1. Jänner 2016 in Kraft tretende Steuerreform dürfte den privaten Verbrauch trotz eines projizierten Anstiegs der Sparquote festigen. Beim privaten Konsum erwartet die OECD heuer einen Zuwachs um 0,8 Prozent, nach plus 0,2% im Vorjahr. 2016 soll es dann zu einer kräftigeren Zunahme um 1,8% kommen.

Die außenwirtschaftlichen Bedingungen hätten sich dank der dynamischeren Wachstumsaussichten im Euroraum sowie der Euro-Abwertung verbessert. Der starke Wertzuwachs des Schweizer Franken habe die Aussichten für die österreichische Tourismuswirtschaft stark aufgehellt, heißt es.

Die Fortschritte bei der Deregulierung der Produktmärkte seien "beeindruckend". Darauf sollten sich entsprechende Strukturreformen im Dienstleistungssektor stützen, in dem die Vorschriften und insbesondere die Zugangsbestimmungen nach wie vor zu den strengsten im OECD-Raum zählten.

BIP im Euroraum soll um 1,4 Prozent wachsen
Für den Euroraum rechnet die OECD heuer mit einem unveränderten BIP-Wachstum von 1,4 Prozent. Die Prognose für 2016 ist etwas besser: Statt bisher 2,0 Prozent geht die OECD nun von 2,1% Wirtschaftswachstum aus.

Für Deutschland hob die OECD ihre Erwartungen dagegen wie erwartet an und folgte damit anderen Vorhersagen. Die deutsche Wirtschaft dürfe 2015 mit einem Plus von 1,8 Prozent rechnen, für das kommende Jahr erwarten die Experten 2,4 Prozent.

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