Fr, 23. Februar 2018

Von jetzt für später

13.06.2015 09:00

futureme.org: E-Mails für das zukünftige Ich

Es kommt selten so gut wie erhofft, aber auch selten so schlimm wie befürchtet, sagte der deutsche Manager Gerhard Cromme einst. Glauben Sie nicht? Dann finden Sie es doch einfach heraus und schreiben Sie Ihrem zukünftigen Ich eine Mail. Sie werden sich darüber freuen. Die Website futureme.org macht's möglich.

"Normalerweise ist es die Zukunft, die unsere Gegenwart widerspiegelt. Wir haben beschlossen, dies umzudrehen", schreiben die Macher von futureme.org. Das Prinzip der Website: Nutzer können im Hier und Jetzt eine Mail an ihr zukünftiges Ich schreiben, etwa "um sich selbst ein paar Worte der Inspiration zu schicken oder einen Tritt in den Hintern".

Wann das zukünftige Ich das Schreiben erhält, bestimmt das gegenwärtige Ich über ein Online-Formular. In ein, zwei oder gar erst zehn Jahren? Kein Problem. Aktuell letztmögliches Datum in der Zukunft ist der 31. Dezember 2065. Damit die Mail in 50 Jahren allerdings auch ankommt, gilt es ein paar Dinge zu beachten: Zum einen sollte die Empfänger-E-Mail-Adresse auch nach so langer Zeit noch gültig sein, zum anderen sollten Nutzer sicherheitshalber regelmäßig ihren Spam-Ordner prüfen. Ganz abgesehen davon müssen natürlich sowohl der Verfasser als auch die Server der Website in Zukunft noch vorhanden sein.

Schreiben aus der Vergangenheit zum Nachlesen
Was futureme.org schon jetzt und heute für Internetnutzer spannend macht, ist die Tatsache, dass die an das zukünftige Ich adressierten Schreiben auf Wunsch auch anonymisiert auf der Website veröffentlicht werden können, sodass jeder die dann möglicherweise Jahre zurückliegenden Gedanken anderer lesen kann. Als öffentlich markierte Briefe erscheinen jeweils tagesaktuell gemäß ihrem in der Vergangenheit definierten Zustell- bzw. Veröffentlichungsdatum in der Rubrik "Read Public Letters".

"Denk daran, gesund zu bleiben und Sport zu treiben. Es ist wichtig", schrieb eine Nutzerin namens Laura demnach vor fünf Jahren an ihr zukünftiges Ich. Ein anderer Nutzer fordert sein vier Jahre älteres Selbst dazu auf, etwas zu tun, was er als 23-Jähriger getan hätte. Und sollte sein zukünftiges Ich nicht reich sein, solle es sich ein Eis kaufen oder zumindest irgendetwas mit Schokolade.

"Verletzung des Raum-Zeit-Kontinuums"
Wer futureme.org nutzen möchte, um anderen Menschen in der Zukunft eine Mail zukommen zu lassen, kann dies nach einer kostenfreien Registrierung übrigens ebenfalls tun. Registrierte Nutzer können zudem bereits verfasste E-Mails löschen, nachträglich Empfängeradressen ändern oder den Status (privat/öffentlich) einer Nachricht verändern.

Ein einmal vergebenes Datum lasse sich jedoch nicht ändern, betonen die Macher. Das wäre irgendwie Betrug und eine mögliche Verletzung des Raum-Zeit-Kontinuums. "Also seien Sie bitte vorsichtig beim Schreiben an die Zukunft - immerhin ist es eine ernste Angelegenheit."

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