Mi, 22. November 2017

Auch Häupl brodelt

02.06.2015 16:35

„FPÖ unstoppbar“: So spaltet Strache die Regierer

In der SPÖ hat man wenig Freude mit der möglichen rot-blauen Koalition im Burgenland - die neue Partnerschaft wäre ein absoluter Tabubruch. Bundeskanzler Werner Faymann schließt, wie berichtet, eine Zusammenarbeit mit den Blauen auf Bundesebene zwar aus, will aber dem burgenländischen Landeschef Hans Niessl auch nicht "dreinreden". Die ÖVP hingegen hat hier weit weniger Berührungsängste...

Die Bundes-SP blickt sorgenvoll ins Burgenland: "In Summe ist das keine Option", sagt etwa Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur möglichen rot-blauen Koalition. Auch für Klubobmann Andreas Schieder ist die FPÖ nicht regierungsfähig: Wo auch immer die Blauen regiert hätten, hätte das zu einem Desaster geführt. Bundeskanzler Faymann gibt sich immerhin zurückhaltender und betont, dass er sich nicht in die Angelegenheiten seiner Landesgruppen einmischen werde. Er sagt aber auch: "Meine Haltung zur FPÖ ist klar und bleibt auch."

Häupl: "In Wien niemals"
Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der sich im Oktober selbst der Wahl stellen muss, lässt indes deutlich durchblicken, dass er die mögliche Zusammenarbeit Niessls mit der FPÖ nicht goutiert. Mit wem die SPÖ in anderen Bundesländern Gespräche führt, sei zwar ihre Sache, "doch in Wien werde ich mit einer Partei, die auf Hetze und Ausgrenzung baut, nicht sprechen. Jetzt nicht und nach der Wahl nicht, egal wie sie ausgeht", schloss auch Häupl am Dienstag gegenüber der "Krone" die Möglichkeit einer "Zwangsehe" mit der FPÖ erneut kategorisch aus.

Überhaupt habe Häupl - den es sichtlich ärgert, dass sich Strache als "Bürgermeisterkandidat" bezeichnet - etwas gegen "Ausländerpolitik". Arbeit, Wirtschaft, Bildung und Gesundheit blieben demnach die SPÖ-Wahlkampfthemen. "Diese Fragen interessieren die Wiener."

Die ÖVP hat da indes schon weit weniger Probleme mit den Blauen. Klubchef Reinhold Lopatka und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner wollen "niemanden ausschließen" - und Strache selbst bleibt erneut der lachende Dritte.

Strache: "Wir sind nicht zu stoppen!"
Bereits nach dem freiheitlichen Wahltriumph am Sonntag war der FPÖ-Chef mit einer - ausgerechnet an Conchita Wursts "We are unstoppable" erinnernden - Kampfansage an die rot-schwarze Regierungskoalition in die Offensive gegangen: "Wir sind nicht zu stoppen!" Straches Botschaft richtete sich direkt an Kanzler und Vizekanzler. Diese könnten "nicht mehr aufhalten, dass die Freiheitlichen als stärkste und bestimmende Kraft auf dem Weg zur Regierungsverantwortung sind". Strache sieht seine Partei jetzt sogar als Verbindung von Rot und Schwarz: "Wir sind eine soziale Volkspartei."

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