So, 19. November 2017

Minicomputer

07.06.2015 08:30

Acer Revo One: Das kann das winzige PC-Multitalent

Der taiwanesische PC-Spezialist Acer hat mit seinem Mini-PC Revo One einen Rechner im Angebot, der sich vor allem durch seine extrem kompakten Abmessungen von gerade einmal 10,6 mal 10,6 mal 15,5 Zentimetern von der PC-Masse abhebt. Im Inneren arbeiten auf Wunsch starke Komponenten bis hinauf zu Intels Core-i5-Prozessor. Wie sich der Rechenzwerg in der Praxis schlägt und für welche Einsatzszenarien er sich eignet, hat krone.at getestet.

Wenn ein Fernseher nachträglich "smart" gemacht werden soll, Spiele-Streams empfangen werden müssen oder ein zentraler Netzwerkspeicher im Heimnetzwerk errichtet werden soll, schlägt die Stunde von Mini-PCs. Die unauffälligen Rechenknechte nehmen nicht viel Platz weg und lassen sich problemlos im HiFi-Regal, beim Router oder anderswo in der Wohnung platzieren, ohne aufzufallen.

In der Vergangenheit waren solche Geräte primär Selbstbau-Fans vorbehalten, mit dem Revo One will Acer nun aber auch Freunde von Komplett-PCs von den Vorzügen der kleinen und flexiblen Geräte überzeugen. Den Revo One gibt's in verschiedenen Varianten, hier unsere Testkonfiguration:

Acer Revo One

CPU

Core i5-5200U; 2,2 GHz Dual-Core

RAM

4 GB

Massenspeicher

2 TB HDD
1 TB SSHD

Optisches Laufwerk

Nicht vorhanden

Grafik

Intel HD 5500

Anschlüsse

HDMI, MiniDisplayPort, 2 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, Gigabit-LAN, 3,5-mm-Klinke, SD-Kartenleser

Funkausstattung

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.0

Betriebssystem

Windows 8.1

Extras

kabellose Maus
kabellose Tastatur

Abmessungen

106 x 155 x 106 Millimeter; 2 Kilo

Straßenpreis

Ab 705 Euro

Bei der getesteten Variante handelt es sich um eine der leistungsfähigeren Konfigurationen, was sich auch im Preis niederschlägt. Günstigere Varianten mit Celeron-Chip und weniger Speicherplatz gibt's auch bereits für 300 Euro, in der 500-Euro-Preisklasse gibt es zudem Revo-One-Varianten mit Core-i3-Chip. Ein rund 900 Euro teures i5-Luxusmodell mit doppeltem RAM, zwei je einem Terabyte großen Festplatten und einer 128-Gigabyte-SSD steht ebenfalls in den Startlöchern.

Mehr als genug Power für Office und Multimedia
Im Praxistest mit dem Revo One zeigte sich schnell: Für die Aufgaben, die man an einen Mini-PC stellt, reicht die gebotene Leistung locker aus. Der in der Testkonfiguration verbaute Core i5 stemmt Office-Arbeiten, Surfen und Multimedia-Anwendungen mühelos und taugt auch für gelegentliche Bildbearbeitung. Der Flash-Zwischenspeicher der Systemplatte sorgt für schnelle Startvorgänge. Mehrere gleichzeitig geöffnete Programme sind in der Version mit vier Gigabyte RAM (Achtung: Es gibt nur einen RAM-Steckplatz!) kein Problem, zumal extrem speicherintensive Programme auf dem Revo One wohl ohnedies eher selten ausgeführt werden dürften.

Für Spieler nur als Streaming-Empfänger sinnvoll
Eine dieser hardwareintensiven Tätigkeiten – das Spielen – ist am Revo One nur bedingt zu empfehlen. Der Rechner stößt mangels dezidiertem Grafikchip bei anspruchsvolleren 3D-Games schnell an seine Grenzen. Auch wenn weniger hardwarehungrige Spiele auf dem verbauten Intel-Onboard-Chip laufen: Ein Ersatz für die Spielekonsole ist der Mini-Rechner nicht. Sehr wohl brauchbar ist er aber als Empfänger-PC beim Spiele-Streaming. Hier profitiert der Revo One – ebenso wie beim Übertragen größerer Datenmengen bei Nutzung als Netzwerkspeicher - von seinen schnellen Netzwerkschnittstellen, also Gigabit-WLAN und Gigabit-LAN.

Flottes Netzwerktempo, viel Platz für Festplatten
Die Nutzung als Netzwerkspeicher liegt aber nicht nur wegen der flotten Netzwerk-Hardware nahe, sondern auch wegen der Aufrüstbarkeit des Revo One. Im winzigen Gehäuse – es lässt sich unkompliziert ohne Schraubenzieher öffnen – verbergen sich insgesamt drei 2,5-Zoll-Laufwerksbuchten, von denen in der getesteten Konfiguration zwei besetzt waren. Wer den Rechner mit Laptop-Festplatten entsprechend ausrüstet, kann sich so ohne großen Bastelaufwand einen Fileserver mit mehreren Terabyte Kapazität für sein Heimnetzwerk zusammenstellen.

Taugliches Mediacenter mit genug Anschlüssen
Steht der Revo One dabei im Wohnzimmer, spricht nichts dagegen, ihn über den HDMI-Port auch gleich mit dem Fernseher zu verbinden und beispielsweise mit Mediacenter-Software wie Kodi als Smart-TV-Nachrüstkit zu verwenden. Für diese Aufgabe sollte selbst die günstige Celeron-Variante völlig ausreichen, die teure i5-Version tat es im Test problemlos.

Die Anschlussausstattung – vier USB-Ports, SD-Kartenleser, HDMI, Ethernet, DisplayPort und Klinke – kann sich sehen lassen. Dank USB 3.0 kann der Speicherplatz im Bedarfsfall um schnelle externe Festplatten erweitert werden. Wer mag, kann über die Videoports gleichzeitig zwei Monitore ansteuern.

Kleine Anschluss-Probleme, leiser Betrieb
Zwei kleine Wermutstropfen gibt es bei den Anschlüssen aber doch: Zum einen könnten sich all jene, die den Revo One gerne als Mediacenter nutzen möchten, mehr Audio-Anschlussmöglichkeiten – etwa Toslink – wünschen, um ihre HiFi-Infrastruktur anzusteuern. Zum anderen wäre ein USB-Port an der Vorderseite praktisch gewesen – etwa, um den Infrarotempfänger einer Fernbedienung darin zu versenken, der Sichtkontakt zur Fernbedienung erfordert. Mit USB-Verlängerungskabel, USB-Hub oder externer Soundkarte lassen sich diese Problemchen aber leicht beheben.

Während die verfügbaren Audioausgänge nicht ganz optimal für die Nutzung als Home-Theater-PC sind, ist es die Geräuschentwicklung des Revo One schon. Im Test blieb der sparsame Rechner selbst unter Last erfreulich leise und fiel zu keiner Zeit mit störenden Lüftergeräuschen auf.

Saubere Verarbeitung, Maus und Tastatur an Bord
Die Verarbeitungsqualität des Revo One ist solide: Das in Hochglanzoptik gehaltene weiße Plastikgehäuse schützt das Innenleben zuverlässig und sieht nicht schlecht aus, bietet Schmutz und Fingerabdrücken aber relativ viel Angriffsfläche. Etwas schlecht durchdacht: Der Einschaltknopf befindet sich an der Rückseite neben dem Stromanschluss für das externe Netzteil. Hätte man ihn an der Oberseite neben dem Kartenleser oder an der Gerätevorderseite angebracht, wäre er leichter zu erreichen.

Dass Acer dem Revo One eine kabellose Maus samt passender kompakter Tastatur beilegt, sei an dieser Stelle wiederum als Pluspunkt hervorgehoben. Die Peripherie hinterließ im Test einen vernünftigen und sauber verarbeiteten Eindruck und dürfte den Ansprüchen der meisten Anwender genügen – außer sie legen Wert auf einen Nummernblock auf der Tastatur.

Fazit: Acer hat mit dem Revo One einen flexiblen Mini-PC im Angebot, der selbst in günstigeren r und – dank Laptop-Technik – kompakter als ein Selbstbausystem ist. Als leiser Office-PC ist er ebenso geeignet wie als Mediacenter, Fileserver oder Spielestream-Empfänger. Ein paar Schönheitsfehler – etwa den ungünstig platzierten Einschaltknopf oder den fehlenden USB-Port an der Front – gibt es zwar, alles in allem halten wir den Revo One aber für ein gelungenes Mini-Komplettsystem, das viel kann und wenig Platz braucht.

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