Do, 19. Oktober 2017

Tierschutz-Erfolg

02.06.2015 13:32

Welpenhändler in Wien-Donaustadt hochgenommen

Zwei Mitarbeiterinnen der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" haben am Dienstagvormittag in Wien-Donaustadt Welpenhändler überführt, die ihnen auf offener Straße zwei Malteser-Babys aus der Slowakei verkaufen wollten. Die Tierschützerinnen waren zuvor über diverse Inserate auf bazos.at auf die Händler aufmerksam geworden.

Die beiden Frauen gaben sich als Interessentinnen aus und schalteten auch die Polizei sowie die zuständige Amtstierärztin ein. Die beiden Welpen wurden bei der "Übergabe" konfisziert und in das neue TierQuarTier Wien gebracht. Die Behörden werden Anzeige wegen illegalen öffentlichen Feilbietens von Tieren durch Private erstatten. Ob noch andere Delikte zur Anzeige gebracht werden, wird noch geprüft.

Welpen wirkten verschreckt und lethargisch
"Die beiden Welpen machten einen verschreckten und leicht lethargischen Eindruck, schienen aber auf den ersten Blick zumindest nicht schwer krank", erzählt Veronika Weissenböck aus dem "Vier Pfoten"-Kampagnenteam, die bei der Aktion dabei war.

Tiere wurden als "Mini-Malteser" inseriert
Wie so oft waren den Tierschützerinnen auch in diesem Fall die typischen Inserate aufgefallen: Die Händler bewarben die Welpen als "Mini-Malteser" – eine Rasse, die es ähnlich wie die ebenfalls gängigen "Micro-Chihuahuas" oder gar "Teacup-Chihuahuas" überhaupt nicht gibt und die der starken Nachfrage nach sehr kleinen Hunden entgegenkommen soll.

"Alle Alarmglocken sollten schrillen"
Zudem waren die Hunde auf den Fotos extrem verniedlicht dargestellt, mit bunten Maschen auf dem Kopf. "Kein seriöser Züchter würde seine Tiere so zur Schau stellen. Hier sollten beim Interessenten alle Alarmglocken schrillen", warnt Weissenböck. Die Händler hatten für die Welpen jeweils einen slowakischen Impfpass und einen EU-Heimtierausweis dabei. Ob es sich dabei um Fälschungen handelt, wird noch überprüft.

Zusammenarbeit mit Polizei und MA60
Zufrieden zeigen sich die Tierschützer mit der Zusammenarbeit mit Polizei und MA60. "Es hat wie schon bei den vorigen Scheinkäufen wunderbar geklappt. Die Behörden in Wien sind beim Kampf gegen den illegalen Welpenhandel vorbildlich", lobt Veronika Weissenböck. Online-Plattformen wie bazos.at sind hervorragende Umschlageplätze für den illegalen Welpenhandel, da es hier aufgrund der mangelnden Kontrollen einfacher ist, unseriöse Inserate zu platzieren.

Augen auf beim Welpenkauf
"Wer sich auf Schnäppchen im Internet einlässt, um etwa einen Rassewelpen zu kaufen, der geht ein enormes Risiko ein und nimmt Tierleid von unter katastrophalen Umständen produzierten und häufig kranken Welpen in Kauf", warnt Weissenböck abschließend. Experten empfehlen jedem Interessenten, zuerst in einem Tierheim nachzufragen. Dort warten viele Vierbeiner, darunter auch Rassehunde, sehnlichst auf ein liebevolles Zuhause.

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