Sa, 18. November 2017

„Fahrgäste schützen“

01.06.2015 15:12

Rowdy zeigt couragierten Busfahrer an: Freispruch!

Verkehrte Welt: Ein Buslenker wollte helfen und wurde selbst zum juristisch Gejagten. Der Mitarbeiter der Wiener Linien weigerte sich, die Fahrt mit einem Randalierer fortzusetzen. "Ich wollte kein Risiko eingehen, meine Fahrgäste schützen", so Berufschauffeur Elvir K. Er schmiss den Rowdy aus dem Bus - dieser zeigte ihn wegen Körperverletzung an. Nach einem Jahr Bangen um den Job gab es jetzt den Freispruch vor Gericht!

Die gute Nachricht vorweg: Der Richter erteilte dem "Klagenden" eine Abfuhr. Doch der Weg dorthin war für den 38-jährigen Buschauffeur steinig. Er soll einem Fahrgast eine Schädelprellung, Abschürfungen an Ober- und Unterlippe, eine Verletzung des Vorderzahnes, Zerrungen und Prellungen zugefügt haben. Tathandlung: Versetzen von Schlägen und ein Tritt gegen den Körper des vermeintlichen Opfers.

"Konnte Verhalten des Mannes nicht einschätzen"
Das Protokoll zur Vorgeschichte liest sich jedoch anders: 17. Juli 2014, 12.30 Uhr. Elvir K. wollte den Bus am Wiener Hauptbahnhof übernehmen, schon am Weg dorthin fiel ihm ein Passant in dunkler, militärischer Kleidung am Gehsteig auf. Der Typ, Mitte 20, stänkerte und spuckte Leute an. Als der 38-Jährige den Bus starten wollte, saß der Mann im Military-Outfit auch darin - ganz hinten mit den Füßen auf der Bank.

"Ich konnte das Verhalten des Mannes nicht einschätzen", erzählt Elvir K. Er alarmierte die Leitstelle und entschied sich, die Fahrt aus Sicherheitsgründen nicht fortzusetzen. Als er den Fahrgast darum bat, den Bus zu verlassen, soll dieser ausgezuckt sein. "Er hat mich getreten und angespuckt", so K. Grund genug, den Randalierer aus dem Bus zu befördern und bis zum Eintreffen der Polizei am Boden zu fixieren.

Angezeigt wurde jener mit Zivilcourage, jetzt gab es den Freispruch!

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