Mi, 24. Jänner 2018

Im Schussfeld

11.04.2006 15:36

Rabiate Forschungs- Methoden auf dem Mond

Der Mond wird beschossen! Was klingt, wie ein Abklatsch des Hollywood-Reißers "Independence Day", ist ein hochwissenschaftliches Experiment. Den auf der Suche nach Wasser und Eis auf dem Mond, will die NASA einen Krater am Südpol des Mondes zwei Mal hintereinander beschießen.

Die beiden Projektile, eines zwei Tonnen schwer, das andere 880 Kilo leicht, starten im Oktober 2008 mit der Erkundungssonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" ins All. Zuerst wird das schwerere Geschoß auf den im ewigen Schatten liegenden Shackleton-Krater abgefeuert.

Eine Beobachtungssonde wird dann durch die aufgewirbelte Staub- und Gesteinswolke fliegen, um erste Proben zu nehmen. Das kleinere Projektil soll kurz darauf kontrolliert zum Absturz gebracht werden. Der Einschlag der beiden soll ein 30 Meter breites und 5 Meter tiefes Loch aufreißen. Insgesamt kostet das übergroße Waffenarsenal 60 Millionen Euro.

Grundlage für intergalaktische Tankstelle
Die Forscher erhoffen sich durch die Schießübungen einiges: Sie wollen herausfinden, ob es in den vom Sonnenlicht unberührten Kratern eine Eisschicht wie auf terrestrischen Gletschern gibt. Sollte das der Fall sein, könnten Astronauten das Eis künftig für die Herstellung von Raketentreibstoff nutzen – und das würde der NASA einiges an Kohle sparen.

In etwa 9 Jahren plant die amerikanische Weltraumbehörde wieder mit Menschen auf dem Mond zu landen. Dort soll ein Basislager für Flüge zum Mars errichtet werden. Das ist die zweite Aufgabe der Sonde: Sie soll nach geeigneten Landeplätzen für künftige Besuche suchen. Der letzte Mensch am Mond war am 14. Dezember 1972 der US-Astronaut Eugene Cernan.
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