Sa, 25. November 2017

„Große Literatin“

29.05.2015 17:05

Jugendbuchautorin Käthe Recheis ist tot

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Käthe Recheis ist am Freitagvormittag 87-jährig in einem Linzer Krankenhaus gestorben. Das berichtete das Radio Oberösterreich unter Berufung auf Verwandte der Schriftstellerin. Die aus Engelhartszell im Bezirk Schärding stammende Künstlerin wurde für ihr literarisches Werk mehrfach ausgezeichnet und engagierte sich zudem für indigene Völker.

Vom Bilderbuch über die Kinderlyrik bis hin zum Jugendroman reicht das Werk der Schriftstellerin. Ihre 60 Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt, viele davon widmen sich dem Schicksal der Indianer. Ihr märchenhaft-mythisches Erzählen hat sie immer auch mit politischen Inhalten verbunden. 1988 und 1995 erhielt Recheis den österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis, 1999 den Heinrich-Gleißner-Preis und 2007 den Adalbert-Stifter-Preis des Landes Oberösterreich.

Engagement für indigene Bevölkerung
Nicht nur in ihren Büchern, auch in ihren Leben stand Recheis politisches Engagement für indigene Völker im Vordergrund. Zusammen mit ihrem Bruder gründete sie den "Verein zur Unterstützung von Indianerschulen" und war selbst oft in Nord- und Südamerika unterwegs. Mit dem Verein unterstützte sie etwa in Bolivien ein Zentrum, in dem behinderte Kinder Unterricht und Therapien erhalten. In Nordamerika half sie mit, dass die Ureinwohner Schulen für ihre Kinder gründen und mit Unterstützung von Spendengelder selbst führen können. Für dieses Engagement wurde sie 2013 mit dem Solidaritätspreis der Linzer Kirchenzeitung ausgezeichnet.

"Oberösterreich hat große Literatin verloren"
"Mit Käthe Recheis hat Oberösterreich eine große Literatin verloren, die in ihrem Schaffen konsequent auf Seiten der Kinder geblieben ist", würdigte Oberösterreichs Landeshauptmann und Kulturreferent Josef Pühringer die verstorbene Autorin. Sie habe ihren Lesern eine Vielfalt von Themen angeboten und schwierige Themen nicht gescheut. Ihre Texte seien "in besonderer Weise glaubwürdig" gewesen. "Es lag am großen Können von Käthe Recheis, dass die ethische Dimension ihrer Arbeit eng mit der ästhetischen Qualität einher gegangen ist", so Pühringer.

Ö1 widmet am Sonntag um 14.05 Uhr die "Menschenbilder" der "Beschützerin des Wolfes".

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