Di, 21. November 2017

2. Mann flüchtig

28.05.2015 17:26

Mord in der Straßenbahn: Komplize stellte sich

Einer der beiden Männer, die in Verdacht stehen, am vergangenen Sonntag im Wiener Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus einen Mann erschossen und zwei weitere Menschen verletzt zu haben, hat sich am Donnerstag bei der Polizei gestellt. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Der 30-jährige Albaner hatte am Mittwoch auf Anraten eines Anwalts angekündigt, sich den Behörden zu stellen, was er am Donnerstag gegen 12 Uhr schließlich auch tat. Zuvor habe er in Parks geschlafen, sich aber wegen des Fahndungsdrucks an den Anwalt gewandt. "Der Mann hat dann angegeben, nichts von einer Fehde zwischen dem 24-Jährigen mutmaßlichen Schützen und seinem 25-jährigen Kontrahenten gewusst zu haben", berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Von der Waffe, die der Schütze bei sich trug, habe er ebenfalls keine Ahnung gehabt. Das Treffen sei zufällig erfolgt. Er sei von den Schüssen schockiert gewesen und habe danach mit dem 24-Jährigen die Flucht ergriffen. Über dessen Aufenthaltsort wisse er jedoch nichts, gab der Verdächtige bei seiner Befragung an. Von der Staatsanwaltschaft Wien erfolgte nach der Einvernahme die Anordnung, den 30-Jährigen auf freiem Fuß anzuzeigen, da mangels Tatverdacht kein Haftgrund vorliege.

Jahrelanger Zwist zwischen Familien
Zu den Schüssen war es am Sonntagabend bei der Station Johnstraße der Straßenbahnlinie 49 gekommen. Dabei kam ein 28-jähriger Albaner ums Leben, sein 25-jähriger Bruder, um den es in dem Konflikt ging, wurde ebenso verletzt wie eine unbeteiligte 19-Jährige, die auf die Straßenbahn wartete.

Der 25-Jährige gab bei einer ersten kurzen Befragung an, dass zwischen den Familien ein jahrelanger Zwist herrscht, zur Aussprache habe man sich gezielt bei der Straßenbahnstation am Urban-Loritz-Platz getroffen. Man sei gemeinsam in die Linie 49 eingestiegen. Als er mit seinem Bruder aussteigen wollte, habe einer der Kontrahenten das Feuer eröffnet.

Fahndung läuft auf Hochtouren
Laut den Aussagen des 30-Jährigen - der einzige der Beteiligten, der in Wien offiziell gemeldet ist - wurde in der Straßenbahn lediglich von einem nicht näher definierten "Problem" gesprochen. Als der dann getötete Albaner dieses für beendet erklärt habe und mit seinem Bruder wieder gehen wollte, kam es schließlich zur Schussabgabe durch den 24-jährigen Ardian J. Nach diesem wird weiterhin per europäischem Haftbefehl gesucht. Ein aufrechter Haftbefehl gegen ihn wegen eines anderen Delikts liegt zudem im Kosovo vor. Auch hier war es zu einer Tat mit Waffengebrauch gekommen, sagte der Polizeisprecher.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden