Fr, 27. April 2018

Ungarn-Wahl

10.04.2006 06:59

Überraschendes Ergebnis bei Wahlen in Ungarn

Die erste Runde der Wahlen in Ungarn hat am Sonntag mit einer Überraschung geendet: Wider Erwarten zogen vier Parteien in das Budapester Parlament ein. Das konservative Ungarische Demokratenforum (MDF) konnte mit einem Ergebnis von 5,03 Prozent hauchdünn die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten. Die beiden Großparteien lagen erwartungsgemäß eng beieinander.

Die regierenden Sozialisten (MSZP) von Premier Ferenc Gyurcsany hatten aber hauchdünn die Nase vor der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz-Ungarischer Bürgerverband von Ex- Regierungschef Viktor Orban voran. Laut dem vorläufigen Endergebnis kamen die Sozialisten auf 43,3 Prozent, die Fidesz auf 42,16 Prozent. Die mitregierenden liberalen Freidemokraten (SZDSZ) überschritten mit 6,28 Prozent die Wahlhürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,53 Prozent.

MDF lieferte bei der Auszählung ein atemberaubendes Finish. Erst nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen wurde klar, dass MDF tatsächlich als vierte Partei ins Parlament einziehen würde. In Umfragen war die Partei von Ibolya David, einer der beliebtesten Politikerinnen Ungarns, zuvor deutlich unter der Fünf-Prozent Grenze gelegen.

In der ersten Runde entschieden die Bürger über jene 152 der insgesamt 386 Mandate, die über die Parteilisten vergeben werden, und stimmten auch für ihren Favoriten im Einzelwahlkreis. In der ersten Runde schaffte in 67 dieser Wahlkreise ein Kandidat die absolute Mehrheit und gewann damit ein Parlamentsmandat. 33 davon gingen an MSZP, 29 an Fidesz, fünf an einen gemeinsamen Kandidaten der Regierungsparteien MSZP und SZDSZ.

Über die restlichen der 176 Einzelmandate sowie der 58 Restmandate wird erst am 23. April in einer Stichwahl entschieden. Somit stehen erst in zwei Wochen die endgültige Mandatsverteilung und somit die politischen Kräfteverhältnisse fest.

 

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