So, 19. November 2017

Abschuss ersteigert

22.05.2015 06:29

Texaner erlegt seltenes Nashorn - „für Tierschutz“

Im Jänner vergangenen Jahres erregte die Auktion eines Jagdclubs in Texas weltweites Aufsehen. Um 350.000 US-Dollar hatte der Dallas Safari Club den Abschuss eines seltenen Spitzmaulnashorns versteigert. Nun hat der Käufer sein Jagdticket eingelöst und ein Exemplar dieser bedrohten Art erlegt. Bei der Jagdsafari in Namibia ging auch noch einiges schief - und dennoch verteidigt Großwildjäger Corey Knowlton die Tötung des Nashorns. Er trage damit "zur Erhaltung der Art und zum Tierschutz" bei.

Das Spitzmaulnashorn oder Schwarze Nashorn gilt als eine der gefährdetsten Tierarten, aktuell gibt es nur noch etwa 4.800 Exemplare in ganz Afrika. Laut der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) sind die Spitzmaulnashörner vom Aussterben bedroht, in Westafrika wurden die Tiere bereits durch Wilderei ausgerottet.

Dennoch geben einige Staaten wie Namibia und Südafrika immer wieder Spitzmaulnashörner zum Abschuss frei - gegen enorme Summen für betuchte Jagdfreunde, die zumeist aus Europa, Asien und den USA kommen. Im Jänner 2014 versteigerte der Dallas Safari Club den Abschuss eines Spitzmaulnashorns und sorgte damit für weltweite Proteste.

Nashorn bei Jagd zuerst nur angeschossen
Großwildjäger Corey Knowlton aus Texas zahlte damals 350.000 US-Dollar für das Jagdticket. Von einem Kamerateam von CNN begleitet, erschoss er am Montag einen Spitzmaulnashorn-Bullen in Namibia. Wie der Journalist Ed Lavandera dokumentierte, dauerte es drei Tage, das Tier in Nordnamibia aufzuspüren. Die ersten Schüsse trafen das Nashorn allerdings nicht tödlich, und so musste die Jagdgesellschaft noch rund eine Stunde nach dem verwundeten Tier suchen, ehe Knowlton das Rhinozeros schließlich töten konnte. Ob er selbst oder ein Jagdguide das Tier verwundete, geht aus dem CNN-Bericht nicht hervor.

Trotzdem gab sich Knowlton zufrieden mit der Jagd. Er trage mit dem Abschuss eines "alten, unbrauchbaren Tieres" zum Artenschutz bei: "Eines Tages werden die Spitzmaulnashörner davon profitieren." Außerdem habe er die bedrohte Tierart damit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und so zu deren Erhalt beigetragen. Das Fleisch des Tieres sei zudem an die lokale Bevölkerung verteilt worden.

Trophäenjagd zur Arterhaltung "absurd"
Bei Tierschützern sorgen diese Argumente für Kopfschütteln: "Man tötet die Nashörner, um sie zu schützen, damit man sie danach wieder töten kann. Das ist absurd", sagte Azzedine Downes, Chef des International Fund for Animal Welfare, gegenüber CNN. Dass die Regierungen in Afrika das Geld, welches die Trophäenjagd einbringen würde, auch tatsächlich für den Schutz und die Erhaltung der Nashörner verwenden würde, bezweifelt Downes. Vielmehr gehe es darum, finanzkräftige Jagdtouristen ins Land zu locken.

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