Fr, 20. Oktober 2017

Tipps fürs Baumhaus

16.04.2017 08:52

Kinderträume in luftiger Höhe

"Ein Baumhaus!" Das ist der Wunsch vieler Kinder, deren Eltern einen Garten ihr Eigen nennen können. Doch man braucht kein Kind mehr zu sein, um die große Faszination Baumhaus zu verstehen. Leben und schlafen im geborgenen Grün der Bäume lockt heute sogar Touristen in spezielle Baumhaus-Designerhotels. Zielgruppe Nummer eins bei uns ist allerdings nach wie vor der Nachwuchs, der mehr als nur einen Sommer lang Spaß und Freude mit den vielen Abenteuern im Baumhaus hat.

Erziehungsexperten und Kinderpädagogen sind übrigens Feuer und Flamme für jede Art von Kinderspielhäusern. Aus gutem Grund. Denn - fernab von Fernseher und Computer - regen die eigenen kleinen Rückzugsorte Fantasie und Kreativität an und verhelfen so ganz nebenbei zu jeder Menge gesunder, spielerischer Bewegung an der frischen Luft.

Zusatz-Plus: das gemeinsame Planen, Bauen und Ausschmücken des Baumhauses, das Eltern und Kids meist gleichermaßen Spaß macht. Denn das kleine Haus in den grünen Ästen verleitet nicht nur den Nachwuchs zu jeder Menge Träume…

Wohnen einmal anders
Noch heute leben Eingeborene in Südamerika, Afrika und Asien in Hütten auf den Bäumen. Vor allem deshalb, um Gefahren am Boden zu entgehen. "Richtige" Baumhäuser, die für das tägliche Leben gedacht sind, unterscheiden sich übrigens ganz deutlich vom uns bekannten Hausbau. Ganz wichtig dabei sind eine umfassende Kenntnis der Materialien und der "Baumstatik" inklusive des Wissens um den behutsamen Umgang mit dem Baum selbst.

Sogar das durchaus übliche Aufhängen bzw. Platzieren von fertigen Häusern in Bäumen ist in der Durchführung wesentlich komplizierter und komplexer, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Das Abenteuer Baumhaus
Wesentlich einfacher geht es da schon im eigenen Garten beim Mini-Hausbau in den Bäumen zu. Früher wurde von den Eltern meist recht intuitiv und einfach an das Nachwuchs-Bauvorhaben herangegangen und mit einigen Brettern und Nägeln das Haus selbst gezimmert.

Dank eines mittlerweile ziemlich umfangreichen Angebots im Netz und in den Baumärkten steht den Eltern der kleinen Bauherrn nun aber eine Fülle verschiedenster Angebote zur Verfügung: Von einfachen Billigstversionen bis hin zur Luxus-Traumhütten inklusive geräumiger Balkone und edler Stiegenaufgänge reicht die Wahl.

Der Kauf fertiger Modelle bietet vor allem den Vorteil, dass wichtige Maßnahmen zur Kindersicherheit häufig bereits inkludiert sind. Denn bei allem Spaß darf nicht vergessen werden, dass sich das Mini-Haus in der Regel in luftiger Höhe befindet und so auch eine Reihe von Verletzungsgefahren in sich birgt.

Nicht jeder Baum ist geeignet
Ein Baum allein macht noch kein Baumhaus! Ideale Baumhaus-Bäume sind gesunde (!) Eichen, Buchen, Ahorn sowie ältere, kräftige Obstbäume. Gut geeignet ist also ein bereits älterer Baumbestand, der schon heftigen Stürmen und Unwettern erfolgreich getrotzt hat.

Achtung: Birke und Pappel erfüllen aufgrund ihres zu spröden Holzes nicht die Anforderungen für ein Baumhaus!

Der Stamm sollte einen Mindest-Durchmesser von rund 40 Zentimeter aufweisen. Bevor es allerdings an das Bauen geht, sollte man sich ausreichend Zeit für die Planung nehmen. Das beginnt damit, nach einer geeigneten Stelle im Baum zu suchen. Folgende Kriterien sind hier wichtig: Wo müssen nur wenig Äste entfernt werden? An welchen Stellen gibt es auch genug Sonnenlicht? Ausblicke - und vor allem auch Einblicke? Vor allem letzteren Punkt ist nicht nur für die Eltern wichtig, um immer wieder einmal ein Auge auf das Treiben der Kleinen in luftiger Höhe zu haben, sondern auch Nachbarn können sich unter Umständen bei falscher Platzwahl in ihrem friedlichen Gartenleben gestört fühlen.

Tipp: Findet sich kein oder kein geeigneter Baum im Garten, muss dennoch nicht auf das Kinder-Mini-Haus verzichtet werden. Baumhäuser können auch zwischen zwei Bäumen gebaut werden. Auch sogenannte Stelzenhäuser sind eine gute Alternative, die mit allerlei Zusatz-Spielgeräten ausgestattet werden können und so ebenfalls viel Spaß und kreative Spielmöglichkeiten bieten.

Sicherheit hat Vorrang
Zunächst einmal ist ein gesunder Baum die wichtigste Basis für das Mini-Haus in den Ästen und damit natürlich auch für die Kindersicherheit. Wichtig ist es daher, den Baum auch während der Bauphase fachkundig und schonend zu behandeln. Denn auch Bäume können gestresst reagieren und damit krankheitsanfälliger werden. Dafür reicht unter Umständen bereits das Entfernen großer Äste aus, rostende Nägel im Baumstamm schwächen den Baum auf Dauer, Verletzungen der Rinde können ebenfalls negative Auswirkungen haben. Falsche Arbeitsschritte (z.B. Verletzungen durch die Säge) können dazu führen, dass der Baum instabil wird.

Tipp: Das fertige Baumhaus mit Sisalstricken befestigen, die aber nicht zu fest in die Baumrinde einschneiden dürfen.

Die meisten Verletzungen bei Baumhäusern entstehen beim Hinauf- und Hinunterklettern. Der Frage des Aufstiegs ist daher besonderes Augenmerk zu widmen! Kinder bevorzugen meist Kletterleinen oder Strickleitern, die von ihnen selbst je nach Belieben in die Höhe gezogen werden können. In diesem Fall muss auf die Reiß- und Wetterfestigkeit des Materials geachtet werden.

Sicherheits-Tipp: Die möglichen Absturzstellen ausheben und z.B. mit Rindenmulch auffüllen. Damit verhindert man zwar nicht den Sturz, aber die Kinder fallen weicher.

Besonders wichtig ist auch das geeignete Material. Sparen am falschen Platz ist hier nicht angesagt. Gut geeignet ist z.B. kesseldruckimprägniertes Holz, das dann noch zusätzlich mit einer Lasur zum Schutz gegen Witterungseinflüsse sowie mit einer bis zu drei Farbschichten gestrichen wird.

Verfügt das Baumhaus über einen Balkon, darf ein sicheres Geländer nicht fehlen.

Tipp: Vor dem Bau und beim Kauf sich umfassend über sämtliche möglichen Sicherheitsrisiken informieren!

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