So, 19. November 2017

Rekordkonzert

14.05.2015 23:55

Spielberg: Kultband AC/DC rockte vor 105.000 Fans

Christi Himmelfahrt war für viele der perfekte Tag, um die Teufelshörner auszupacken. Der "Highway To Hell" führte für 105.000 Rock-Fans am Donnerstag direkt nach Spielberg. Viele waren schon tags zuvor angereist, um sich am Campingplatz beim Red-Bull-Ring auf das Rock-Event des Jahres einzustimmen - den Temperaturen und Regenschauern zum Trotz. Gegen alle Prognosen blieb der Konzertabend aber trocken.

"Austria Salutes AC/DC", prangte da stolz auf einem Campingwagen. Waren die harten Gitarrenriffs von AC/DC einst Ausdruck der Rebellion gegen die Eltern, sind ihre Konzerte mittlerweile längst echte Familienevents. Die 21-jährigen Burschen Alex und Fabian zum Beispiel reisten mitsamt ihren Eltern extra aus Südtirol an - stilecht gekleidet in Lederhosen und Angus-Young-Krawatte. Nur die blinkenden Teufelshörner, die an den Merchandising-Ständen ein Bestseller waren, fehlten den beiden.

Die hatte dafür der Oberösterreicher Hermann bombenfest am Kopf befestigt. Donnergrollen, Funkenschlag und Rock 'n' Roll - diese Frisur hält garantiert! "Ich habe sie mit Superkleber befestigt. Alles für die Band!"

Kein Aufwand zu groß
Kein Aufwand ist zu groß für die Kultband aus Australien. Die wissen auf ihrer "Rock Or Bust"-Tour aber auch ganz genau, was sie ihren Fans schuldig sind, und haben alles im Gepäck, was eine AC/DC-Show ausmacht - von der Rock-Explosion gleich zu Beginn der Show, bei der die Feuerfontänen nur so aus der Bühne schießen, bis hin zu den sechs Kanonen, die bei jedem Konzert zu "For Those About To Rock" in den Nachthimmel donnern.

Es sind aber ganz offensichtlich wirklich die einfachen Dinge des Lebens, die zählen: z.B. ein knochentrockener Beat vom Schlagzeug und peitschende Riffs von der Stromgitarre. Überhaupt, wenn Angus Young in die Saiten greift: Er ist mittlerweile das einzige verbliebene Gründungsmitglied von AC/DC und in jedem Sinn die treibende Kraft. Auch wenn sich Sänger Brian Johnson zwei Stunden lang um das letzte bisschen Stimmband kreischte, Ersatz-Schlagzeuger Chris Slade den Mord- und Drogen-verdächtigen Phil Rudd an den Drums vollwertig ersetzte: Angus dominierte - wie immer in der Schüleruniform mit den kurzen Hosen - die Bühne, pushte den Sound mit seinen kompromisslosen Riffs und beeindruckte mit allgegenwärtigen Soli.

Für Band und Fans gab es kein Durchatmen
Der Abend startete mit der Titelnummer des aktuellen Albums "Rock Or Bust" - und ab dem Zeitpunkt gab es für Band und Fans kein Durchatmen mehr. Klassiker wie "Back In Black", "Dirty Deeds Done Dirt Cheap" und "Thunderstruck" - mit virtuellem Gewitter als Backpro, während das tatsächliche Konzertwetter entgegen allen Prognosen trocken war - reihten sich aneinander. "Hells Bells" war ein weiterer Rock-Höhepunkt - eigentlich bestens geeignet, die Fans mit einer langsameren Nummer danach endlich mal zum Durchschnaufen zu bringen. Nur: "Ballade" können AC/DC weder buchstabieren noch spielen. Sie schickten "Baptism Of Fire" nach - und als man glaubte, es geht nicht mehr, setzte Angus Young einfach zu "You Shook Me All Night Long" an...

Das große Finale - Angus again: "Let There Be Rock", ohnedies eine absolut großartige Nummer, in diesem Fall veredelt durch ein minutenlanges Solo des AC/DC-Gitarristen. Und im Draufgaben-Set durfte natürlich "Highway To Hell" nicht fehlen. Trotz der guten Stimmung war die Show im Vergleich zu den letzten Österreich-Gastspielen 2009 im Wiener Ernst-Happel-Stadion und 2010 am Flugplatz Wels noch etwas routinierter - auch der Sound war nicht überall am Gelände perfekt.

Straßen und Parkplätze "an physikalischen Grenzen"
Apropos Highway: Nach dem Konzert kam es aufgrund der großen Zahl von Fahrzeugen und Fans zu den erwarteten Stauungen und Wartezeiten rund um die Parkplätze: "Wir rechnen mit ein paar Stunden Abflusszeit für den ganzen Verkehr", so ein Polizist kurz vor Mitternacht. Bei einer solchen Masse an Fahrzeugen würden die Straßen rund um die Parkplätze an ihre physikalischen Grenzen stoßen.

Im Vorfeld des Konzerts war es laut Exekutive zu einigen Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gekommen, unter anderem an einem Getränkestand. Etliche Menschen waren stark alkoholisiert, das Rote Kreuz hatte einige Dutzend Verletzungen zu versorgen. Diese seien aber nicht schwer gewesen, so der Beamte. Im Großen und Ganzen sei es in Anbetracht der rund 105.000 Besucher sehr ruhig geblieben.

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