Do, 23. November 2017

„E-Müll-Tsunami“

12.05.2015 11:36

So blüht das Geschäft mit illegalem Elektroschrott

Mit der illegalen Entsorgung von Elektroschrott vor allem in Afrika und Asien werden nach UN-Angaben weltweit immer größere Geschäfte gemacht. Auf bis zu 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) pro Jahr schätzt das UN-Umweltprogramm UNEP den Wertumfang der Verschiffung und Ausschlachtung von alten Computern, Fernsehern, Handys und anderen Elektronikprodukten unter Umgehung der Vorschriften. "Bis zu 90 Prozent des jährlichen weltweiten Elektromülls werden illegal gehandelt oder entsorgt", klagt UNEP in einem am Dienstag in Genf veröffentlichten Bericht.

"Wir sind konfrontiert mit der Entstehung eines beispiellosen Tsunamis aus Elektroschrotts", erklärte UNEP-Direktor Achim Steiner anlässlich der Veröffentlichung des Berichts "Waste Crimes, Waste Risks" ("Müll-Verbrechen, Müll-Gefahren"). "Das ist nicht einfach nur ein großer Teil des nicht recycelbaren Müllbergs der Welt, sondern birgt wegen der giftigen Bestandteile auch Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt."

Spätestens bis 2017 dürfte nach UNEP-Schätzungen die von der Elektronik-Industrie jährlich verursachte Müllmenge von derzeit 41 Millionen auf rund 50 Millionen Tonnen anwachsen. Die Hauptziele für legale wie auch illegale Exporte von Elektroschrott sind UNEP zufolge Länder in Afrika und Asien. In Ghana und Nigeria werden demnach Afrikas größte Halden für illegal verbrachten Müll unterhalten, gefolgt von der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo. In Asien werde "E-Waste" unter anderem in China, Indien, Pakistan und Bangladesch auf oft illegale Weise entsorgt.

Schmutziges Geschäft
Dem UNEP-Bericht nach ist der Export giftiger Abfälle aus EU-Staaten in Entwicklungsländer zwar untersagt, jedoch gebe es immer wieder Betrugsfälle. So würden Tausende Tonnen an gefährlichem Elektronikschrott bei der Ausfuhr falsch deklariert und zum Beispiel Batterien als Plastik- oder Mischmetallmüll exportiert.

Die UN-Organisation appellierte an alle Staaten, die Einhaltung von Verboten zu erzwingen. Dazu seien strengere Kontrollen erforderlich. Auch Regelungen zur kostenlosen Rückgabe von Alt-Elektronik an zur legalen Entsorgung verpflichtete Händler und Hersteller könnten helfen, Gefahren durch Elektroschrott zu reduzieren.

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