Di, 21. November 2017

Andi im Interview

12.05.2015 11:12

Goldi: „Ich fliege mindestens so lange wie Kasai!“

Er hat die Nation bewegt - auf der Schanze und abseits davon. Er hat die Skisprung-Welt dominiert und geprägt. Und er will noch lange nicht aufhören zu fliegen: Andi Goldberger! Der "Krone"-Experte, der seit Jahren mit seinen Kolumnen den perfekten Einblick in die waghalsige und sensible Welt der Skispringer bietet, ist auch für das TV als Kameraspringer im Einsatz. Und was kaum jemand weiß, verrät Andi im Interview im Urlaub im Aldiana-Club auf Zypern: "Ich lebe fast noch immer wie ein Aktiver. Zumindest im Winter."

Denn Goldi springt im Winter fast jedes zweite Wochenende mit der Kamera am Kopf über die gleichen Schanzen wie die aktiven Stars. "Und im Skispringen kannst du nicht so halbert mithupfen als Kameraspringer", erklärt Goldi im Interview mit sportkrone.at.

"Da musst du austrainiert und auch im Kopf fit sein." Deswegen lebt er - zumindest im Winter - fast wie ein aktueller Athlet. "Die Intensität kann man natürlich nicht vergleichen, aber ich trainiere da schon fast täglich und an der Bar darf's am Tag vor einem Springen natürlich auch nicht zu lange werden."

Keine Gedanken an ein Ende
Ans endgültige Aufhören denkt der 42-Jährige, der immer noch aussieht wie ein Top-Springer, noch nicht: "Beim Skifliegen wird mir schon manchmal mulmig. Und ich merk schon, wie der Körper immer wieder nachlasst. Aber ich geb nicht klein bei. Ich springe mindestens so lange, wie der Noriaki Kasai. Der ist ja älter als ich und gehört noch immer zu den Besten der Welt." Da war natürlich ein Augenzwinkern dabei. Denn Kasai ist ja sogar noch im Weltcup aktiv. "Natürlich scherze ich oft mit ihm. Er muss einen Jungbrunnen entdeckt haben. Aber, im Ernst: Noriaki ist schon ein Vorbild dafür, wie gut man seinen Körper in Schuss halten kann."

Kasai ist ganze fünf Monate älter als Goldberger und hat sich mit Andi schon vor 20 Jahren im Weltcup duelliert: "Natürlich denke ich oft und viel an die aktiven Zeiten zurück", so Goldberger, "aber nicht mit Wehmut. Denn ich habe ja eine großartige Karriere erleben dürfen."

Großes Lob an Kuttin
Im Winter ist er tagtäglich mit den Superadlern des ÖSV unterwegs. "Die Stimmung ist unter Cheftrainer Heinz Kuttin großartig. Ganz anders als früher. Und man muss vor dem Heinz den Hut ziehen: Er hat eine verdammt schwierige Situation in seinem ersten Jahr als Boss großartig gelöst."

Denn mit Tom Morgenstern, Martin Koch und Wolfi Loitzl haben drei ganz Große aufgehört, dazu hatte Gregor Schlierenzauer nicht gerade seine beste Saison. "Dafür hat unser Team wieder unfassbar viel gewonnen", erklärt Goldberger, "Hayböck und Kraft wurden von Kuttin zu den Erfolgen gecoacht. Da kann man nur gratulieren."

Andi selbst liegt aber auch im Sommer nicht auf der faulen Haut. Er spielt Tennis-Meisterschaft, macht viele Läufe mit, ist ständig bei Sport-Events aktiv dabei. "Wenn's eben nicht gerade zwickt, ich muss meine alte Knochen auch schonen und pflegen."

Mit Frau Astrid auf Zypern
Wie gerade im Urlaub mit seiner Frau Astrid auf Zypern. "Hier im Aldiana-Club fühle ich mich so richtig wohl. Ich bin nicht zum ersten Mal hier. Viele Sportstars sind in diesem Klub zu Gast. Im Vorjahr habe ich etwa Felix Neureuther getroffen. Sie kommen alle gerne, weil man hier auch aktiv sein kann und alles perfekt passt."

Ob sich auch Noriaki Kasai dort so jung hält, wollte Goldi aber nicht verraten...

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