Mo, 18. Dezember 2017

Attentate geklärt

08.05.2015 20:08

Hass auf Parteien war Motiv!

Nach drei Attentaten binnen weniger Wochen wurde nun ein Asylwerber aus Marokko gefasst. Eine aufmerksame Zeugin alarmierte die Polizei, der Schaden beläuft sich auf knapp 50.000 Euro.

Hakenkreuze an der Fassade von Schloss Mirabell, mit schwarzer Farbe bemalte Stolpersteine, die – geographisch genau orientiert – an die Vertreibung jüdischer Mitbürger erinnern, Schmierereien am Parteihaus der SPÖ und Vandalenakte beim Integrationsbüro, eine mit Hakenkreuzen und Satanszeichen geschändete Kirche auf dem Areal der Doppler-Klinik. Und jetzt ein neues Attentat mit einer höchst überraschenden vorläufigen Aufklärung (es gilt noch die Unschuldsvermutung): Ein vorerst unbekannter Mann schlug Freitag gegen 5.20 Uhr mit einem Pflasterstein die Glasfront des Integrationszentrums in der Ernest-Thun-Straße in Salzburg ein.

Eine aufmerksame Zeugin hörte den Lärm der klirrenden Glasscheiben, sah aus dem Fenster und bemerkte einen Mann, der unmittelbar beim Tatort einen Stein fallen ließ und davon hetzte. Sie alarmierte sofort die Polizei: Großfahndung! Schon 20 Minuten später konnte der Gesuchte in der Elisabethstraße gestellt werden, es ist ein Afrikaner (23). "Bei einer Gegenüberstellung erkannte ihn die Zeugin sofort wieder", schildert Karl-Heinz Wochermayr vom Landesamt für Terrorismusbekämpfung und Verfassungsschutz. Der Marokkaner hat offenbar auch noch eine Fensterscheibe beim Gesundheitsamt eingeschlagen. Bei der Einvernahme leugnete er die Taten vehement, gab aber an, dass er einen großen Hass auf politische Parteien und diverse Institutionen habe.

"Asylwerber war überhaupt nicht auf unserem Radar"
"Wir hatten eigentlich auf einen Täter mit rechtsextremem Hintergrund gesetzt. Der Asylwerber war überhaupt nicht auf unserem Radar", räumt Wochermayr ein. Der arbeitslose Mann lebt seit zehn Jahren in Österreich, einen positiven Asylbescheid hat er bisher aber nicht bekommen. Es war bereits der dritte Anschlag auf das Integrationszentrum. "Wir haben noch nicht einmal den zweiten Schaden beheben können", klagt Julia Graffer. Sie rechnet mit Gesamtkosten von 50.000 Euro. Im Integrationszentrum werden anerkannte Flüchtlinge von Experten beraten.

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