Mo, 20. November 2017

Bilder aufgetaucht

07.05.2015 08:45

So sieht der Smartphone-Alltag in Nordkorea aus

Mobiltelefone oder gar Smartphones sind für die meisten Nordkoreaner ein Luxusgut, das sie sich nicht leisten können. Einige wenige Bewohner des stalinistischen Landes – meist handelt es sich um privilegierte Mitglieder des Regimes – besitzen mittlerweile aber ein Smartphone, auch ein entsprechendes Mobilfunknetz betreibt das Kim-Regime. Und seit Kurzem können Nordkoreas Smartphone-Besitzer sogar in einem staatlichen Online-Shop einkaufen.

Es ist selten, dass Bilder aus dem abgeschotteten Nordkorea ins Ausland dringen. Reportern der Nachrichtenagentur AP ist es nun aber gelungen, den Alltag nordkoreanischer Smartphone-Besitzer zu dokumentieren.

Die Bilder zeigen privilegierte Bürger Nordkoreas, die ihre Smartphones in den Straßen von Pjöngjang verwenden. Freien Zugriff auf das Internet haben sie aber nicht: Das nordkoreanische Internet wird massiv zensiert und enthält primär Angebote, die vom Kim-Regime toleriert werden. Tausende staatliche Websites sind nur über das abgeschottete nordkoreanische Internet zugänglich.

Staatliches Online-Shopping nun möglich
Das neueste dieser Angebote ist ein staatlicher Online-Shop, in dem Güter des täglichen Bedarfs – etwa Nahrung – erworben werden können. Die Smartphones und Tablets, auf denen Nordkoreaner dieses Angebot nutzen, stammen oft aus eigener Produktion.

Denn: Auch, wenn Nordkorea den Ruf eines technologisch rückständigen Landes hat, produziert man – unter tatkräftiger Mithilfe des großen Nachbarn China – auch eigene Hardware, etwa das Smartphone Arirang mit stark modifizierter Android-Version, aber auch Tablets der Marke Samjiyon. Dass auf den Geräten Kim-Propaganda vorinstalliert ist, versteht sich von selbst.

Nordkorea will im Informatikbereich aufholen
Trotzdem: Nordkorea versucht intensiv, im IT-Bereich zu anderen Ländern aufzuschließen, importiert zu diesem Zweck sogar Computerwissenschaftler aus dem Ausland. Dienen dürfte diese Initiative vor allem militärischen Zwecken – Nordkorea stand in der Vergangenheit mehrfach im Verdacht, Cyberangriffe gestartet zu haben. Sowohl Südkorea als auch Sony Pictures sollen bereits Opfer nordkoreanischer Hacker geworden sein.

Für weite Teile der Bevölkerung bleiben Handys, Smartphones und das Internet derweil unleistbarer Luxus. Nicht nur, weil ein Smartphone-Tarif beim unter ägyptischer Mithilfe betriebenen staatlichen Provider Koryolink mit 50 Megabyte Datenvolumen umgerechnet 200 Euro im Monat kostet, sondern auch, weil die meisten Bürger andere Sorgen als Telekommunikation haben – Hunger zum Beispiel.

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