Mo, 20. November 2017

Jetzt Prozess

05.05.2015 18:14

Thermen-Investor tauchte mit 300.000 Euro unter

Es war ein kurzer Prozess am Montag am Salzburger Landesgericht. Als Angeklagter hätte sich Artur M. (61) verantworten müssen. Jener Investor, der dem Projekt "Saalachtal Resort" mit 60 Millionen Euro auf die Sprünge helfen hätte sollen. Allein: Alles war offenkundig Schwindel. Jetzt fehlen vorfinanzierte 380.000 Euro.

Es ist der traurige Höhepunkt einer seit gut 15 Jahren andauernden, unglücklichen Causa rund um das Thermen-Projekt im Saalachtal. Was sieben Gemeinden 1999 als Wellness-Oase realisieren wollten, entpuppt sich nun als Kriminalfall.

Derweil dauerte der Prozesstermin im Saal 129 am Salzburger Landesgericht keine zehn Minuten: Artur M. war trotz zugestellter Ladung nicht da. Und auf Nachfrage von Richter Philipp Grosser bei Verteidiger Nikolaus Halbgebauer sagte der Anwalt: "Ich habe nur kurz mit ihm telefoniert. Er sieht nicht ein, warum er hier erscheinen sollte und wollte noch Unterlagen übermitteln. Seither habe ich ihn nicht mehr erreicht." Der Richter vertagte und lässt Artur M. nun per Haftbefehl suchen.

Vorwurf "schwerer Betrug"
Staatsanwältin Sabine Krünes wirft dem gebürtigen Usbeken schweren Betrug vor. Er soll sich im Namen der 2005 gegründeten Swiss Invest Management AG, kurz SIM AG, ab 2009 als Investor für das Thermen-Projekt "Saalachtal Resort" in St. Martin bei Lofer ausgegeben und einen Kredit von 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt haben. Dafür haben die Gemeinden einen Vorschuss von 380.000 Euro bezahlt – 300.000 Euro als Kosten für die Beschaffung des Kredits und 80.000 Euro an Aufwandshonorar für einen deutschen Anwalt. Die Summe wurde in zwei Tranchen im Dezember 2009 auf ein Treuhandkonto überwiesen und – durchaus fragwürdig – von dem deutschen Anwalt unmittelbar an die SIM AG weiter geleitet. Im Juni 2010 folgte in Zürich die Vertragsunterzeichnung, bei der Artur M. auch anwesend war. Dann passierte nichts mehr…

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