So, 19. November 2017

Problemloser Auftakt

05.05.2015 10:50

Zentralmatura „kein Grund zur Beunruhigung“

Mit den Klausuren im Fach Deutsch hat am Dienstag bundesweit an den AHS die Zentralmatura, die neue standardisierte schriftliche Reifeprüfung, begonnen. Bis zum Aufbrechen des Siegels an den Kuverts, die die Aufgabenhefte enthielten, wusste an den Schulen niemand etwas über den Inhalt. Das sei eine neue Situation, aber kein Grund zur Beunruhigung, so der Tenor an einem Gymnasium in Wien-Penzing.

Schon bei der Lieferung in den vergangen Wochen kontrollierten die Empfänger - meist die Schulleiter - die Pakete mit den Aufgabenbögen, die sie vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) erhielten, auf Vollständigkeit. Die Aufgabenhefte selbst blieben aber bis zum Beginn der Klausuren geschlossen.

Die Vorbereitungen auf die Zentralmatura liefen in den Schulen bereits seit Tagen: Dort mussten etwa die Bögen vorbereitet und abgestempelt werden, auf die die Maturanten dann schreiben. Seit etwa halb sieben Uhr ist Schulleiter Hubert Kopeszki vom Goethe-Gymnasium in der Astgasse in Wien-Penzing an seinem Arbeitsplatz. Der Festsaal, in dem zwei der drei Klassen, die am Dienstag die Deutschmatura in Angriff nahmen, die Prüfung ablegten, musste vorbereitet werden. Die dritte Klasse - eine Computerklasse - legte ihre Klausur an Rechnern im Informatiksaal ab.

"Jede Matura ist ein spannender Moment"
Die Premiere der Zentralmatura sei "sicher ein spannender Moment, aber das ist jede Matura", sagte Kopeszki. Versiegelte Kuverts habe es auch früher gegeben - damals wusste man aber zumindest, worum sich die Themen drehen werden. "Jetzt ist es natürlich schon so, dass weder der Lehrer noch der Direktor, logischerweise die Schüler auch nicht, diese Angaben kennen." Da die heurigen Maturanten keinen anderen Ablauf kennen, könnten sie dadurch auch nicht zusätzlich verunsichert sein, so der Schulleiter.

Für die Lehrer und die Schule stellt sich die Situation möglicherweise anders dar, gibt Kopeszki zu bedenken. "Für uns hier am Goethe-Gymnasium ist das aber kein großer Unterschied, weil wir bei den Probeklausuren schon gesehen haben, dass die vorbereitenden Jahre sehr gut genützt wurden. Das heißt, unsere Schüler sind optimal vorbereitet."

Das gelte aber wahrscheinlich nicht für alle Schulen: Aus Statistiken zu den Probeklausuren in Wien lasse sich ablesen, dass etwa in Mathematik "manche Klassen noch nicht firm sind", so Kopeszki. Manche Lehrer täten sich sicher noch schwer mit der Umstellung, denn nicht nur das Format sei anders, es werde auch "inhaltlich ein bisschen anders abgefragt".

"Man hat mit dem Phänomen Smartphone umgehen gelernt"
Die Schüler und Eltern seien im Vorfeld nicht nervöser gewesen als in den Jahren davor. Auch die Frage der unterschiedlichen Beginnzeiten und der damit verbundenen theoretischen Möglichkeit, dass Angaben mit Smartphones abfotografiert werden und im Internet auftauchen, sieht der Direktor "eher locker". Man habe mit dem "Phänomen Smartphone" umzugehen gelernt.

Zu Beginn der ersten Klausur im Festsaal der Schule um 8.30 Uhr wurden die Telefone auch gleich in einer großen Box gesammelt - mittlerweile eine Routine, auch bei Schularbeiten. Die Schüler suchten sich ihre Plätze, legten ihre Jause und Getränke für die 300 Minuten Bearbeitungszeit auf die Tische und erhielten einen Datenbogen und die Bögen, auf die sie schreiben. Die Aufgabenhefte kamen ganz zum Schluss. Dann wurde die Klausur mit dem Vorlesen eines standardisierten Satzes eingeläutet.

Schüler: "Ich habe nicht wirklich Angst"
"Ich habe nicht wirklich Angst, weil man kann ja auch nicht wirklich lernen. Also Deutsch kann man entweder oder nicht, man muss sich halt die Textsorten anschauen. Wir lassen uns überraschen, was kommt", erklärte Gregor Seemann, einer der Maturanten, kurz vor Einlass in den Festsaal. "Die Lehrer sind sehr nervös, die machen uns seit Wochen schon quasi 'Angst'", sagte der selbst nicht allzu nervös wirkende Schüler. Das liege daran, dass er sich durch die Schule sehr gut vorbereitet fühle. "Es wird nicht so schwer werden heute." Auch vor der am kommenden Montag (11. Mai) anstehenden Mathematik-Zentralmatura halte sich die Furcht in Grenzen, da man etwa in speziellen Workshops sehr gezielt vorbereitet wurde.

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