Di, 21. November 2017

„Halsabschneider“

05.05.2015 09:00

Apple bedrängt Spotify mit schmutzigen Tricks

Der US-Technologieriese Apple arbeitet hinter verschlossenen Türen an einem kostenpflichtigen Musik-Streamingdienst und scheint dessen Markteinführung mit recht unsauberen Methoden vorbereiten zu wollen. Berichten aus den USA zufolge setzt der iPhone-Konzern derzeit Plattenfirmen unter Druck, ihre Musik nicht mehr für Gratisangebote wie jenes von Spotify zur Verfügung zu stellen. Gelingt es Apple, die Firmen dazu zu überreden, wäre die Konkurrenz zum Start des eigenen Streaming-Dienstes empfindlich geschwächt.

Der Streaming-Platzhirsch Spotify hat derzeit einem Bericht des IT-Portals "The Verge" zufolge rund 60 Millionen Nutzer - allerdings nutzt nur ein Viertel davon den kostenpflichtigen Premium-Tarif, der Rest verwendet die werbefinanzierte kostenlose Spotify-Version. Apple sind diese 45 Millionen Spotify-Nutzer, die nicht für Musik-Streaming zahlen, offenbar ein Dorn im Auge. Deshalb soll das Unternehmen derzeit versuchen, viele Plattenfirmen dazu zu überreden, künftig keine Musik mehr für den kostenlosen Konkurrenzdienst zur Verfügung zu stellen.

Die Gerüchte über Apples unsportliches Vorgehen haben bereits das US-Justizministerium auf den Plan gerufen, das in der Sache ermittelt. Insider aus der Musikindustrie fanden im Gespräch mit dem IT-Portal harsche Worte für die Vorgehensweise Apples. "Bis hinauf zu Tim Cook sind diese Kerle lauter Halsabschneider", wird ein anonymer Plattenfirma-Manager zitiert.

Auch YouTube im Visier von Apple?
Neben Spotify scheint man bei Apple auch YouTube als unerwünschte Konkurrenz zu betrachten, die es bis zum Start des eigenen Streaming-Dienstes zu schwächen gilt. Offenbar hat Apple dem Plattenlabel Universal angeboten, die Lizenzgebühren zu übernehmen, die derzeit YouTube an Universal zahlt - wenn die Plattenfirma im Gegensatz die Verbreitung der eigenen Lieder über YouTube unterbindet.

Apple selbst hat sich bislang noch nicht zu den Berichten geäußert, soll aber einer Meldung der "New York Post" auch von europäischen Wettbewerbshütern genau beobachtet werden. Es wird erwartet, dass Apple seinen Musikstreaming-Dienst auf seiner Entwicklermesse WWDC im Juni genauer vorstellt. Spätestens, wenn danach und nach der Markteinführung des Apple-Dienstes die kostenlosen Angebote der Konkurrenz spürbar ausdünnen, gibt es dann Gewissheit, ob an den aktuellen Gerüchten etwas dran war.

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