Di, 21. November 2017

Beamte empört

04.05.2015 16:57

Freigänger sollen auf Polizeistationen arbeiten

Ein neues Übereinkommen, abgeschlossen zwischen dem Innen- und Justizministerium, sorgt derzeit in Kreisen der Wiener Polizei für Aufregung. Demnach könnten schon demnächst Häftlinge in verschiedenen Einrichtungen der Exekutive ihren Dienst versehen. Viele Beamte stehen dem "Deal" skeptisch gegenüber.

"Verwaltungsübereinkommen zwischen der Landespolizeidirektion Wien und den Justizanstalten" - der Titel des Papiers ist recht sperrig, der Inhalt lässt innerhalb der Exekutive allerdings die Wogen richtig hochgehen. Demnach könnten verurteilte Häftlinge schon bald in diversen Einrichtungen der Polizei ein- und ausgehen. Ersten Informationen zufolge sollen die Freigänger - sie verlassen in den Morgenstunden ihre Zelle und kehren nach getaner Arbeit wieder zurück - mit Hausmeister- und Reinigungsdiensten betraut werden.

Generalschlüssel für Häftlinge?
Wer für das Resozialisierungsprogramm infrage kommt und wann es genau startet ist zwar noch unklar, unter den Polizeibeamten regt sich aber bereits Widerstand. Und auch die Gerüchteküche kocht schon: So sollen die neuen (und kostengünstigen) "Kollegen" etwa mit Generalschlüssel für sämtliche Büros ausgestattet werden.

Polizist: "Viele Kollegen haben mulmiges Gefühl"
An sich haben natürlich auch die Exekutivbeamten kein Problem mit der langsamen Wiedereingliederung von Häftlingen in die Gesellschaft, aber "da sind Täter dabei, die wir vielleicht erst vor ein paar Monaten eingesperrt haben", so ein Insider. "Ob es klug ist, dass diejenigen jetzt in unseren Büros aufräumen oder die Glühbirne wechseln sollen, wage ich zu bezweifeln. Viele Kollegen haben deshalb ein mulmiges Gefühl."

Sowohl das Innen- als auch das Justizministerium halten sich über Details zu dem Projekt auf "Krone"-Anfrage noch bedeckt. Eine offizielle Stellungnahme ist bislang noch ausständig.

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