Mi, 23. Mai 2018

Eiskappen an Polen?

30.04.2015 16:51

Raumsonde "New Horizons" funkt Bilder von Pluto

Am 14. Juli soll sich die NASA-Sonde "New Horizons" dem nach einer antiken Gottheit benannten Zwergplaneten Pluto bis auf 12.500 Kilometer nähern. Während sie mit rund 50.000 km/h auf ihr Ziel zurast, macht sie bereits zahlreiche Aufnahmen der kleinen Eiswelt am Rande unseres Sonnensystems. Die Fotos lassen sogar - wenn auch noch sehr grob - Strukturen erkennen und zwei helle Flecken, von denen die Forscher annehmen, dass es sich um Eiskappen an den Polen handelt.

Die jetzt auf der Website der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichten Bilder sind zwischen 12. und 18. April aus einer Entfernung von rund 111 bis 104 Millionen Kilometern entstanden. Die Fotos des Long-Range Reconnaissance Imager (LORRI), einer Teleskopkamera an Bord von "New Horizons", zeigen Pluto und seinen größten Trabanten Charion. Die hellen Flecken (markiert durch rote Pfeile) könnten ein Hinweis auf Eiskappen an den Polen sein, so NASA-Forscher. Die vier kleineren Pluto-Monde Nix, Hydra, Kerberos und Styx seien wegen zu kurzer Belichtungszeit (eine Zehntelsekunde) nicht sichtbar, berichtet die NASA.

Pluto innen felsig und außen eisig
Nach einer neueinhalbjährigen Reise durch das Weltall soll sich "New Horizons" nach einer insgesamt knapp fünf Milliarden langen Reise dem fernen Himmelskörper Mitte Juli bis auf 12.500 Kilometer nähern. So nahe ist noch nie ein irdisches Raumfahrzeug dem innen felsigen und außen eisigen Zwergplaneten gekommen. Im Mai soll die Sonde die ersten hochaufgelösten Fotos von Pluto und dessen größtem Mond Charon aufnehmen.

"New Horizons" soll unter anderem die noch unbekannten Oberflächenformen auf Pluto kartieren. Außerdem wird die Sonde von der Größe eines Konzertfügels die Atmosphären des Zwergplaneten und seines Mondes Charon untersuchen - und herauszufinden versuchen, ob es im Inneren der beiden Himmelskörper womöglich Ozeane gibt. Wegen der großen Entfernung des Zwergplaneten benötigen die Daten von "New Horizons" viereinhalb Stunden bis zur Erde.

Lange Reise mit viel Schlaf
Die Sonde war im Jänner 2006 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All gestartet und befand sich während ihrer Reise Richtung Pluto insgesamt 1.873 Tage lang im "Schlafzustand", um Strom zu sparen. Alle paar Monate aktivierten Forscher die Sonde, um zu überprüfen, ob noch alle ihre Systeme funktionierten. Bereits im Dezember war sie aus ihrer letzten Tiefschlafphase erwacht. Zurzeit befindet sich "New Horizons" noch 220 Millionen Kilometer von ihrem Ziel entfernt. Nach dem Ende der Pluto-Mission im Juli soll "New Horizons" weitere Objekte im eisigen Kuiper-Gürtel an den Grenzen unseres Sonnensystems erforschen.

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