Do, 23. November 2017

Empörung in Türkei

23.04.2015 10:08

Kurz: „Armenier-Erklärung ist zu respektieren“

Die Erklärung des Parlaments zum Völkermord an den Armeniern 1915 sorgt in der Türkei für Empörung. Außenminister Sebastian Kurz hat jetzt auf die Kritik aus Ankara reagiert und fordert: "Die Erklärung des österreichischen Parlaments ist zu respektieren."

Das Außenministerium in Ankara hatte am Mittwoch erklärt, die Stellungnahme aus Österreich werde die Beziehungen zwischen beiden Ländern "dauerhaft beschädigen". Der türkische Botschafter wurde aus Wien zurückberufen. Bereits zuvor hatten mehrere türkische Verbände in Österreich gegen die Erklärung des Nationalrats protestiert.

Die Erklärung des Parlaments zum Völkermord an den Armeniern ist "zu respektieren", konterte Kurz am Donnerstag in einem Statement. "Jetzt gilt es in die Zukunft zu schauen und an einer Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern zu arbeiten", so der Außenminister.

Nach Angaben eines Sprechers telefonierte Kurz am Donnerstag mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Dabei informierte er diesen, dass die Erklärung zu den Armeniern von allen Nationalratsparteien getragen worden sei. Zudem habe sich die Erklärung auch kritisch mit der Rolle des mit dem Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg verbündeten Österreich-Ungarn und somit auch mit der österreichischen Geschichte auseinandergesetzt.

Nach armenischer Darstellung starben 1915 im Zuge einer gezielten Vernichtungskampagne der Regierung des Osmanischen Reiches bis zu 1,5 Millionen Armenier . Die Türkei bestreitet dagegen, dass es sich um einen Völkermord handelte, und spricht von einigen Hunderttausend Toten infolge von Kämpfen und Hungersnöten während des Krieges.

Das Europaparlament bezeichnet die Ereignisse schon seit 1987 offiziell als Völkermord, die EU-Kommission vermeidet den Begriff hingegen.

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