Di, 22. Mai 2018

Warnstufe Rot

23.04.2015 06:38

Vulkan Calbuco in Südchile ausgebrochen

Warnstufe Rot in Chile: Der Vulkan Calbuco im Süden des Landes ist erstmals seit 1972 wieder ausgebrochen und spuckt Rauch und Asche. Mehr als 4.500 Menschen wurden aus dem 15 Kilometer entfernten Ensenada und anderen Ortschaften in Sicherheit gebracht. Nur 50 Kilometer entfernt ist zudem eine 240.000-Einwohner-Stadt von dem Vulkanausbruch bedroht.

Nach mehreren Explosionen bildete sich am Mittwoch eine Rauch- und Aschewolke, die noch in 20 Kilometern Entfernung gesehen werden konnte, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Dem Rundfunksender Radio Cooperativa zufolge bildete sich am Krater bereits eine kleine Lava-Lagune. Der 2.003 Meter hohe Calbuco war zuletzt 1972 ausgebrochen.

Staatschefin Bachelet besorgt
Der Katastrophenschutz verhängte die Vulkan-Warnstufe Rot. Innenminister Rodrigo Penalillo ordnete eine Evakuierungszone von 20 Kilometern um den Krater an. Staatschefin Michelle Bachelet will noch am Donnerstag die betroffene Region besuchen. Im Umkreis des Vulkans könne es einen Ascheteppich von bis zu einem Meter geben, gab sie sich besorgt. In der 240.000 Einwohner zählenden Stadt Puerto Montt, 50 Kilometer westlich des Vulkans, wurden der Flughafen geschlossen und eine nächtliche Ausgangssperre ausgerufen.

Auswirkungen gab es auch im benachbarten Argentinien. Dort wurde der Flughafen von San Carlos de Bariloche vorläufig geschlossen. Im nahe liegenden Villa La Angostura ging am Mittwochabend die erste Asche des rund 100 Kilometer entfernten Calbuco nieder. 2011 hatte der Ascheregen nach dem Ausbruch des 40 Kilometer entfernten chilenischen Vulkans Puyehue die Region um Bariloche schwer betroffen.

Katastrophenbeauftragter "überrascht"
Ein regionaler Katastrophenbeauftragter in Chile sagte der Nachrichtenagentur AP, der Ausbruch des Calbuco sei eine "Überraschung". Eine mögliche Aktivität des Vulkans sei nicht überwacht worden - wohl weil der letzte Ausbruch schon so lange zurückliegt. AP zufolge wird der Calbuco allerdings als einer der drei gefährlichsten Vulkane Chiles angesehen. Insgesamt gelten den Angaben zufolge etwa 90 Vulkane in Chile als aktiv.

Erst kürzlich war ein anderer Vulkan, der Villarrica, in Südchile ausgebrochen: Er ist seit Anfang März wieder aktiv, rund 3.500 Bewohner der umliegenden Orte waren vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, als der Vulkan tonnenweise Lava und Asche bis zu drei Kilometer hoch ausspuckte. Der rund 2.840 Meter hohe Vulkan liegt in den Anden etwa 780 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile und war zuletzt 1984 und 2000 ausgebrochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden