Di, 21. November 2017

Noch länger warten

22.04.2015 20:53

Notaufnahmen: Land will sparen

Sogar die Sanitäter vom Roten Kreuz stehen bis zu 20 Minuten im Stau, wenn sie ihre Patienten zur Behandlung in die Interne SALK-Notaufnahme bringen. Und "normale" Patienten erzählen von bis zu neun Stunden, die sie in Wartesälen der Landeskliniken ausharren mussten. Nur die zweite Notaufnahme bei den Barmherzigen Brüdern im Kaiviertel ist "staufrei"…

Für Mediziner wenig überraschend: Die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen ist überall steigend – bei den Brüdern auf 6500 pro Jahr fast verdoppelt, weil das Spital in Hallein zur Notversorgung wegfiel.

Trotzdem will das Land bei den Notaufnahmen Geld sparen – obwohl Top-Mediziner in einem Gutachten warnen. Das ließe sich nur mit der Einführung einer Ambulanzgebühr durchsetzen. Oder durch eine Änderung der internen Regeln. Dass die Notaufnahmen unter Tags Patienten nach der Untersuchung zurück zu niedergelassenen Ärzten schicken, sie nicht mehr weiter im Spital behalten. Beide Maßnahmen würden zu gewaltigen Protesten der Kranken und zu noch längerem Warten führen. Das wäre "nur mit voller Rückendeckung der Landespolitik einführbar", warnen die Ärzte ganz offen vor Einschränkungen.

Stadt lehnt Senioren-Betreuung ab
In Gesprächen hieß es auch, die Stadt solle sich um kranke Senioren in Heimen selbst kümmern, sie nicht zur Untersuchung in Notaufnahmen bringen. "Kommt nicht in Frage", sagt Stadtchef Heinz Schaden. "Wir zahlen 22 Millionen jährlich für Spitäler ans Land und dürfen kranke Senioren nicht selbst betreuen. Ich will keinesfalls englische Verhältnisse, wo ältere Menschen ärztliche Behandlung oft gar nicht erhalten!"

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