Sa, 18. November 2017

„Falsch“-Überweisung

22.04.2015 20:27

Gemeinde klagt Unternehmer wegen 200.000 Euro

Es war ein Klick mit gerichtlichen Folgen: Ende Dezember veranlasste die Gemeinde Wals eine Überweisung über 200.000 Euro – aber an die falsche Firma! Doch die will das Geld nicht zurück geben, weil eben die Gemeinde sowieso noch Geld schuldig sei. Am Mittwoch wurde das Zivilverfahren höchst emotional eröffnet.

Es ist eine verzwickte Situation, die Zivilrichterin Ursula Mühlfellner zu klären hat. Auf der einen Seite der beklagte Internet-Unternehmer (Verteidiger Josef Goja), auf der anderen Seite die Gemeinde Wals (Anwalt Michael Pallauf). Streitwert: Etwa 200.000 Euro . Die hat die Gemeinde Wals Ende Dezember auf das Konto der Firma überwiesen. "Irrtümlich", wie es heißt, denn das Geld hätte woanders hin transferiert werden sollen.

Schäden an Internet-Kabel als Grund
Der Unternehmer will das Geld aber nicht zurückzahlen und machte offene Rechnungen aus der Vergangenheit geltend. Das nahm die Gemeinde nicht so hin und begehrte eine Klage. Zu der am Mittwoch am Salzburger Landesgericht die erste Tagsatzung stattfand. Und das nunmehrige Zivilverfahren verlief anfangs durchaus emotional. Der Unternehmer führte etliche Schäden an seinem Internet-Kabel an, die bei Bauarbeiten entstanden sein sollen. Etwa 2010, als durch ein zerstörtes Kabel 1300 Kunden kein Breitband-Internet hatten. Durch die Häufigkeit der Ausfälle habe er binnen fünf Jahren mehr als 580 Kunden verloren, gibt er eine Wertminderung seines Unternehmens in der Höhe von 3,1 Millionen an.

Dem hält die Gemeinde dagegen: Ein entstandener Schaden aus dem Jahr 2013 wurde bereits beglichen, der Rest sind schlicht Phantasie-Summen, völlig irreale Forderungen", argumentierte Anwalt Michael Pallauf. Nach einer Stunde vertagte die Richterin zur ersten Streitverhandlung auf den 8. Juli in der Weiserstraße.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden