Sa, 26. Mai 2018

Kunstprojekt

22.04.2015 12:25

Beschlagnahmt: Laptop kaufte Drogen im Darknet

In der Schweiz hat die Polizei einen PC beschlagnahmt, der vollautomatisch Drogen und andere illegale Güter im Darknet bestellte. Es handelte sich um ein Kunstprojekt, bei dem ein Computerprogramm mit Bitcoins Ware am Online-Schwarzmarkt Agora einkaufte, die anschließend ausgestellt wurde. Obwohl der Rechner unter anderem Ecstasy erworben hatte, wurden er und die meisten seiner Einkäufe mittlerweile wieder an die Künstlergruppe hinter dem Projekt zurückgegeben.

Das Projekt der Schweizer Mediengruppe Bitnik startete Ende September 2014. Ein Computerprogramm wurde erstellt, das mit einem wöchentlichen Budget von hundert US-Dollar in Bitcoins zufällig Ware am Online-Schwarzmarkt Agora einkaufen sollte. Die bestellten Waren wollten die Künstler in der Kunsthalle St. Gallen ausstellen – um dem Publikum vor Augen zu führen, was im Darknet alles verkauft wird.

Bis Jänner 2015 hatte der Rechner mit dem Projektnamen "Random Darknet Shopper" einem Bericht des TV-Senders CNBC zufolge bereits einiges im Darknet bestellt: einen ungarischen Reisepass, ein paar Ecstasy-Tabletten, gefälschte Diesel-Jeans, eine Kappe mit eingebauter Minikamera, Zigaretten, Schuhe und eine "Herr der Ringe"-E-Book-Sammlung.

PC beschlagnahmt und zurückgegeben
Das Treiben des Künstlerkollektivs und ihres Laptops blieb der Schweizer Polizei freilich nicht verborgen, weshalb diese den Rechner und die von ihm bestellte Ware beschlagnahmte. Die konfiszierten Güter wurden untersucht – und dem Künstlerkollektiv mit Ausnahme der von der Polizei zerstörten Ecstasy-Tabletten zurückgegeben. Das Statement der Mediengruppe Bitnik: "Das ist ein großartiger Tag für den Roboter, für uns und für die Freiheit der Kunst."

Obwohl der "Random Darknet Shopper" verbotene Substanzen im Netz bestellte, droht den Künstlern hinter dem Projekt keine Strafe. Die Schweizer Polizei begründet die Entscheidung damit, dass die Ecstasy-Tabletten von den Künstlern sicher verwahrt wurden und es nicht geplant war, sie zu konsumieren. "Bitnik hatte nie vor, sie zu verkaufen oder zu konsumieren, also haben wir sie nicht bestraft", so ein Sprecher der Polizei St. Gallen.

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