Fr, 24. November 2017

Fendrich verärgert

21.04.2015 21:13

„I am from Austria“ von Pegida in Wien missbraucht

Die zweite Pegida-Kundgebung am Sonntag in Wien war ein eher laues Lüfterl. Mit rund 200 Anhängern blieb der Zustrom der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" zum Resselpark überschaubar. Am Ende der Veranstaltung stimmten die rechten Demonstranten dann Rainhard Fendrichs Hit "I am from Austria" an - sehr zum Ärger des Sängers, der seinen Unmut auf Facebook zum Ausdruck brachte.

Die Pegida-Anhänger traten am Sonntag teils mit Österreichfahnen auf, einige bekannten sich auf ihren T-Shirts zu den "Identitären", ein Teilnehmer trug ein Schild mit Aufschrift "Der Islam gehört nicht zu Österreich". Sechs Personen wurden letztlich wegen Zeigens des Hitler-Grußes und vier weitere Personen wegen Zeigens des Rütli-Schwures bzw. Kühnen-Grußes angezeigt.

Zum Abschluss der Kundgebung gaben die Demonstranten dann Fendrichs "I am from Austria" zum Besten. Der Sänger hat damit allerdings keine Freude. Der 60-jährige Austro-Popper zeigte sich auf Facebook "verärgert und betroffen" über den Missbrauch seines Songs.

"Verärgert und betroffen"
"Dass mein Lied 'I am from Austria' bei der Pegida Demonstration in Wien missbraucht wurde, hat mich verärgert und betroffen gemacht. Ich kann so etwas leider nicht verhindern, daher möchte ich mich von dieser Veranstaltung deutlich distanzieren", machte Fendrich seine Meinung zur Pegida deutlich. Was er von der Bewegung hält, brachte der Sänger mit einem Zitat aus der heimlichen Hymne Österreichs zum Ausdruck: "Wie es ja schon im Lied heisst: 'I kenn die Leut, i kenn die Ratten, die Dummheit, die zum Himmel schreit …'"

Rechtlich kann der Sänger in diesem Fall allerdings nichts gegen die musikalische Darbietung seines Hits unternehmen - anders als bei der Verwendung von Original-Material. So hatte etwa Schlager-Star Helene Fischer der FPÖ 2012 mit einer Klage gedroht, nachdem die Freiheitlichen das Video ihres Liebeslieds "Phänomen" beim Neujahrstreffen in Salzburg vor 2.500 Parteifreunden auf einer großen Leinwand gezeigt hatten. Die Sängerin wolle aber nicht von einer Partei als Werbefigur benutzt werden, hieß es damals.
Immer wieder Wirbel um Musik bei Polit-Veranstaltungen
Streit zwischen Musikern und Politik ist jedenfalls nichts Neues, vor allem wenn es sich um den rechten Rand des politischen Spektrums handelt: Bereits 1991 verklagte Stefanie Werger den damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider, da bei einer Pro-Haider-Demonstration in einer Werbesendung ihr Lied "Wir brauchen Männer" verwendet worden war.
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