Mo, 21. Mai 2018

Große Pensionsserie

21.04.2015 14:38

Teil 3: Sind wir zu krank zum Arbeiten?

Der Zugang zu einer Invaliditätspension wurde erschwert, spätere "Gesundung" ist das neue Ziel.

Es ist eine oft heftig geführte Diskussion: Sorgen zunehmender Stress und Druck am Arbeitsplatz dafür, dass viele nicht bis zum Regelpensionsalter arbeiten können? Oder führt das Schließen von Schlupflöchern bei anderen Frühpensionsarten dazu, dass immer mehr versuchen, sich "krankheitshalber" pensionieren zu lassen?

Tatsache ist jedenfalls, dass der Zulauf zur "I-Pension" (I steht für Invalidität) über viele Jahre stark zugenommen hat.

Dabei werden ohnedies im Schnitt mittlerweile 60 bis 65 Prozent der Anträge abgelehnt. Doch 2014 kam es zu einer Reform, deren Folgen erst im Lauf der nächsten Jahre voll sichtbar werden. "Eine befristete Invaliditätspension wird es in Zukunft nicht mehr geben", erklärt Christine Mayrhuber, Pensionsexpertin im Wifo. Denn das Ziel sei, Menschen durch Rehabilitation im beruflichen und im gesundheitlichen Bereich wieder arbeitsfähig zu machen.

Keine befristeten I-Pensionen mehr
Konkret gilt, dass es für alle, die am 1.1.1964 oder später geboren wurden, keine befristete I-Pension mehr gibt. Sie erhalten zwar ein "Reha-Geld" in mindestens der gleichen Höhe. Doch sie müssen sich behandeln lassen und können wieder gesund auf ihren (oder einen anderen) Arbeitsplatz zurückkehren. Mayrhuber: "Da das Reha-Geld von AMS und Krankenversicherung bezahlt wird, haben die großes Interesse, die Betroffenen wieder unterzubringen."

Per 2015 gibt es also für alle unter 51 nur noch Reha-Geld statt einer Pension. 2024 wird die Grenze dann bei 60 liegen. Ein Nebeneffekt der Abschaffung der befristeten I-Pension ist, dass 3.400 Personen unter 50, die 2014 erstmals Reha-Geld bezogen, aus der Pensionsstatistik fallen. Dadurch hat sich das durchschnittliche Antrittsalter automatisch um rund ein halbes Jahr erhöht, sagen Experten.

Parallel dazu hat man auch "Präventivmaßnahmen" eingeführt, um Krankheiten am Arbeitsplatz früher zu erkennen. Im Vorjahr durchliefen bereits rund 10.000 Versicherte sogenannte Gesundheitsstraßen, die der Früherkennung dienen. Das soll genauso wie das "Fit to work"-Programm weiter ausgebaut werden.

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