Fr, 25. Mai 2018

EU unter Zugzwang

19.04.2015 19:45

Flüchtlingsdrama: Das Sterben muss ein Ende haben!

"Wir haben schon viel zu oft gesagt: Nie wieder!", hat es die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Sonntag nach dem jüngsten Flüchtlingsdrama im Mittelmeer mit bis zu 1.000 Todesopfern auf den Punkt gebracht. Die EU muss dringend neue Wege gehen im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik. Das Sterben, sind sich alle einig, muss ein Ende haben!

"Es sind Männer und Frauen wie wir, unsere Brüder, die ein besseres Leben suchen, hungrig, verfolgt, verletzt, erschöpft, Opfer von Kriegen", sagte Papst Franziskus angesichts der neuen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer am Sonntag. Und er fordert ein umfassendes Engagement auf europäischer und internationaler Ebene.

Faymann: "Schande der Menschlichkeit"
Bundeskanzler Werner Faymann sprach von einer "Schande für die Menschlichkeit" und erklärte: "Wir brauchen dringend gemeinsame europäische Lösungen in enger Kooperation mit jenen Ländern und Regionen, aus denen die Menschen flüchten." Man könne die Lage nicht länger hinnehmen. "Europa muss jetzt gemeinsam handeln. Wir werden jede Initiative zur Lösung dieses Problems unterstützen", so der Bundeskanzler.

Tatsächlich hat die EU für Montag eine Krisensitzung der Innen- und Außenminister einberufen. Als erster Schritt sollen wohl die Mittel für die Seeüberwachung und -rettung aufgestockt werden - nachdem sie jüngst gekürzt worden waren. Aber das kann wohl kaum der Weisheit letzter Schluss sein. Österreich hat der EU-Kommission bereits vor geraumer Zeit einen Vorschlag vorgelegt, der jetzt ernsthaft diskutiert werden soll.

Mikl-Leitner zu Verteilung: "Schieflage muss beendet werden"
Eine Grundvoraussetzung dafür sei, so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, ein gerechter Verteilungsschlüssel für die Aufnahme von Flüchtlingen in ausnahmslos allen EU-Staaten: "Die massive Schieflage muss beendet werden." Tatsächlich nehmen vor allem Deutschland, Frankreich und eben Österreich Flüchtlinge in größerer Anzahl auf.

In der Folge soll die EU gemeinsam mit dem Flüchtlingshilfswerk der UNO, dem UNHCR, sichere Anlaufstellen in Nordafrika (etwa in Tunesien oder Ägypten) schaffen, in denen Erstprüfungen stattfinden. "Wer tatsächlich Chancen auf Asyl hat", so Mikl-Leitner, "wird dann für das konkrete Verfahren nach Europa gebracht."

Zustrom von Migranten in Italien und Griechenland dauert an
Seit Jahresbeginn sind 26.556 Migranten in Italien eingetroffen. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014, teilte das Innenministerium in Rom am Sonntag mit. Bis Jahresende rechnet die italienische Regierung mit insgesamt 200.000 Flüchtlingen.

Der Zustrom von Migranten aus Asien und Afrika dauert auch in Griechenland an. Nach offiziellen Angaben hat sich die Zahl der Migranten, die über die Türkei nach Griechenland kommen, im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast vervierfacht. Insgesamt seien im Jänner, Februar und März 10.445 Migranten in der Ägäis aufgegriffen worden. Die meisten stammen aus Syrien. Im ersten Quartal 2014 waren es 2.863 Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden