Di, 22. Mai 2018

Neues Gräuelvideo

19.04.2015 15:13

IS-Terroristen ermorden äthiopische Christen

Die Terroristen des Islamischen Staats (IS) haben am Sonntag ein Video veröffentlicht, das ihren Angaben zufolge die Ermordung von rund 30 äthiopischen Christen in Libyen zeigt. In dem halbstündigen Internetvideo ist zu sehen, wie mindestens 16 Männern an einem Strand die Kehle durchgeschnitten wird. Zwölf weitere Männer werden in einer Wüstengegend erschossen.

Die Video-Sequenz hat den Titel "Die Anbeter des Kreuzes, die zur feindlichen äthiopischen Kirche gehören". Ein schwarz gekleideter Dschihadist hält vor der Ermordung der Äthiopier eine Ansprache in englischer Sprache "an die Nation des Kreuzes", womit die Christen gemeint sind. "Unsere Schlacht ist eine Schlacht zwischen Glaube und Blasphemie", sagt er. Die Christen müssten entweder zum Islam konvertieren oder die für Christen vorgesehene Kopfsteuer bezahlen, fügt er hinzu.

Die rund 20 Opfer sind auf zwei Gruppen an unterschiedlichen Orten - eine Wüstenlandschaft und eine Meeresküste - aufgeteilt. Die Angehörigen der ersten Gruppe werden aus nächster Nähe von hinten erschossen, die der zweiten Gruppe mit Messern enthauptet. Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht bestätigt werden.

"Zufriedene Christen" im "Kalifat"
Zuvor werden in dem 30-minütigen Propagandavideo Christen gezeigt, die angeblich zufrieden im "Kalifat" leben. Außerdem werden zahlreiche Szenen aus Hollywoodfilmen, die Kreuzritter zeigen, eingespielt. Auch der ehemalige Papst Benedikt XVI. ist zu sehen. Er wird als "König der Christen" bezeichnet. Später werden Anhänger des IS dabei gezeigt, wie sie Kirchen plündern und Kreuze zerstören.

Der libysche IS-Ableger hatte bereits Mitte Februar ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung von 21 koptischen Christen an einem Strand nahe der Hauptstadt Tripolis zeigen soll. Diese waren zuvor von den Dschihadisten entführt worden. Ägypten bombardierte daraufhin mehrere Lager und Stellungen des IS in Libyen, um Vergeltung für die Tötungen zu üben.

Chaos in Libyen begünstigt Vormarsch des IS
In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gadafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Verschiedene rivalisierende Milizen kämpfen um die Kontrolle der größeren Städte und Ölvorkommen, während Parlament und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. In diesem Spannungsfeld rücken auch die Kämpfer des Islamischen Staats weiter vor.

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