Mo, 21. Mai 2018

Spitals-Groteske

18.04.2015 16:23

Rettungsfahrt wegen einer Fieberblase

Unsere Rettungswagen sind für ernsthaft, akut Erkrankte und Verletzte sowie wichtige Krankentransporte da. Dasselbe gilt für unsere Notfallambulanzen. Und dann das: In das Grazer LKH West kam vor kurzem ein 18-Jähriger – und wurde von dort, quer durch die Stadt, per Rettungswagen in ein anderes Spital überstellt. Weswegen? Wegen einer Fieberblase!

"Bei so einer Geschichte steigt mir die Galle hoch", sagt der praktische Arzt, bei dem der 18-Jährige einen Tag später (!) – so dringend kann’s also nicht gewesen sein… – wegen des Rezepts aufkreuzte. "So eine Aktion kostet den Steuerzahler an die 500 Euro. Und was, wenn in der Zeit jemand einen Herzinfarkt gehabt und zum Überleben einen Rettungswagen gebraucht hätte? Unfassbar ist so etwas."

Der 18-Jährige war wegen einer Fieberblase ins LKH West gegangen. Und wurde von dort, durch die ganze Stadt, in die Notfallambulanz Dermatologie des Grazer LKH transportiert.

Grundsätzlicher Fehler im System
Wie erklärt das Spital so etwas? Sinngemäß, dass es halt weh getan habe und "Sekundärphänomen einer schweren Systemerkrankung" hätte sein können. Und da der Mann nicht ortskundig war, habe sich die zuständige Ärztin für den Transport mit einem Rettungswagen entschieden…

Grundsätzlich läuft aber etwas falsch, wird das System oft missbraucht: Da fällt es beispielsweise Leuten, die wochenlang Halsweh haben, plötzlich abends ein, sie könnten doch jetzt auf die Notfallambulanz gehen. Dafür ist diese allerdings nicht gedacht! Und das sorgt für völlige Überfüllung und lange Wartezeiten für ernsthaft Erkrankte oder Verletzte.

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