Di, 22. Mai 2018

Beratung mangelhaft

29.04.2015 11:07

"Konsument"-Test: Schönheitschirurgen fallen durch

Wie das Verbrauermagazin "Konsument" in seiner aktuellen Ausgabe aufdeckt, ist die Beratungsqualität österreichischer Schönheitschirurgen dürftig. Von 15 getesteten Chirurgen erhielten gerade einmal drei die Note gut, fünf der überprüften Ärzte wurden mit "durchschnittlich" bewertet. Die restlichen Mediziner fielen im Test mit einem "weniger zufriedenstellend" durch.

Immer mehr Menschen lassen sich in Österreich chirurgisch verschönern. Dabei sind die operierenden Medziner vom Gesetz her zur Aufklärung verpflichtet. So muss der Arzt den Kunden vor der Operation in auch für Laien verständlicher Sprache umfassend mündlich und schriftlich über Risiken sowie die Zeit anch dem Eingriff (zum Beispiel können Brillenträger nach einer Nasen-OP wochenlang keine Brille tragen) informieren.

Folgende Aspekte müssen laut "Konsument" zwingend zur Sprache kommen:
• Methode, Bedeutung und Tragweite des Eingriffs
• angewendete Arzneimittel und deren mögliche Nebenwirkungen
• angewendete Medizinprodukte (z.B. Implantate), deren Funktionsfähigkeit und Lebensdauer
• alternative Behandlungsmöglichkeiten
• gewünschtes Ergebnis und mögliche Abweichungen
• mögliche Komplikationen und Spätfolgen mit allfällig erforderlichen Nachfolgeoperationen
• voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit; einschließlich des Hinweises, dass für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung (Krankenstand) besteht
• mögliche vorübergehende Einschränkungen und Folgen wie Narbenbildung sowie
Nachbehandlungen
• sämtliche Gefahren, die der Eingriff mit sich bringen könnte
• sämtliche im Zusammenhang mit dem Eingriff anfallenden Kosten einschließlich zu erwartender Folgekosten müssen schriftlich ausgehändigt werden
• Aufklärung darüber, dass die Behandlungskosten in der Regel nicht von einem inländischen
Träger der Sozialversicherung oder der Krankenfürsorge übernommen werden, sondern privat

15 Chirurgen im Test
Wie der "Konsument" berichtet, wird dieser Aufklärungspflicht aber nicht sorgfältig nachgekommen. Zwei Testpersonen, die eine Beratung für eine Nasenkorrektur bzw. eine Lidstraffung einholten, fühlten 15 Schönheitschirurgen auf den Zahn. Dabei konnten nur drei Mediziner mit "gut" bewertet werden: Dr. Jörg Dabernig (Salzburg), Dr. Josef Haslinger (Linz) und die Grazer Klinik für ästhetische Chirurgie (Graz) überzeugten bei der Anamnese und nannten die Kosten des Eingriffs, wobei aber nur die Grazer Klinik den Kostenplan schriftlich ausstellt.

Als durchschnittlich bewertet wurden Dr. Boris Todoroff (Wien), Dr. Victor Boulgaropoulos (Wien), Dr. Doris Spreitzer (Baden), Dr. Claudia Gschnitzer (Wien) und MiradMed (Salzburg). "Weniger zufriedenstellend" seien die Gespräche bei den folgenden Schönheitschirurgie-Anbietern gewesen: Dr. Herbert Mandl (Wien), Dr. Wolfgang Rohrbacher (Wien), Dr. Alexander Siegl (Wien), Dr. Michael Pichelmaier (Wien), Dr. Nikolaus Redtenbacher (Wien), Moser Milani Medical SPA (Wien), Dr. Edvin Turkof (Wien).

Der "Konsument" rät, Eingriffe sorgfältig abzuwägen. Denn neben gesundheitlichen Risiken brächten Schönheits-OPs auch hohe Kosten mit sich. Das Ergebnis bleibe häufig hinter den Erwartungen zurück bzw. sei die Korrektur nicht von Dauer. In vielen Fällen seien weitere Eingriffe notwendig. Holen Sie weitere Meinungen und lassen Sie sich keinesfalls einen Operationstermin aufdrängen.

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