So, 20. Mai 2018

Raubkatze erschossen

17.04.2015 06:00

Polizeiverhör: "Habe Luchs mit Fuchs verwechselt"

Mit der wohl dümmsten Ausrede versuchte ein 64-jähriger Jäger, bei der Einvernahme seine Wilderei zu verharmlosen: "Ich habe geglaubt, einen Fuchs erlegt zu haben!" Statt den "Irrtum" aber sofort der Behörde zu melden, brachte er seine Beute heimlich zu einem Tierpräparator.

Im Nationalpark Kalkalpen ist allerdings nicht nur dieser nun tiefgefroren gefundene Luchs (wir berichteten) verschwunden, es fehlen noch drei weitere Luchs-Männchen. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch diese gewildert wurden. Auffallend: "Es ist vor allem das Waldgebiet in der Gemeinde Weyer, dort vermutlich in den Jagdrevieren der Erzdiözese Salzburg, wo geschützte Wildtiere  verschwinden", wie es auf der Internetseite des Nationalparks heißt. In diesem Gebiet fand man zudem auch wieder einen illegal geschossenen Steinadler.

Ermittler sichern Informanten volle Anonymität zu
Die Fahndung nach den weiteren verschwundenen Luchsen gestaltet sich jedenfalls schwierig: "Wir stoßen da bei den Jägern auf eine Mauer des Schweigens", berichtet Chefinspektor Othmar Coser von der Gruppe für Umweltkriminalität, der seit einem Jahr rund ums Verschwinden der Raubkatzen ermittelt. Er sichert für zielführende Hinweise volle Anonymität zu: Wer weiß, wann und wo geschützte Raubkatzen erlegt wurden oder die toten Tiere versteckt werden, soll sich unter 0 59 133/40-34 00 bei dem Ermittler melden.
Ebenfalls auffallend: Es wurden bisher nur Kuder erlegt, keine Weibchen. Die Tiere könnten auch Jagdgästen zum Opfer gefallen sein.

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