Di, 22. Mai 2018

EU-Gütesiegel

16.04.2015 16:40

"Ritterschlag" für Pöllauer Hirschbirne

Marchfeldspargel, Tiroler Speck oder auch Vorarlberger Bergkäse: Erst 14 österreichische Lebensmittel erlangten bisher den strengen EU-Herkunftsschutz, darunter mit Kürbiskernöl und Kren zwei steirische Produkte. Nun folgt Nummer 3: die Pöllauer Hirschbirne! Sie erreichte den Status in Rekordzeit.

"Drei Jahre hat es gedauert. Viel schneller geht’s eigentlich nicht!", jubelt Alois Wilfling vom Gleisdorfer Institut OIKOS. Er ist Teil jenes Experten-Team, dass für den aktuellen "Ritterschlag" verantwortlich ist.

Das Gütesiegel "g. U." ("geschützte Ursprungsbezeichnung") wird nur selten verliehen. Wilfling: "Sie bedeutet, dass sowohl die Herstellung als auch die Verarbeitung eines Produkts nur in einer bestimmten Region erfolgen darf." In diesem Fall umfasst das Gebiet einige steirische und zwei niederösterreichische Bezirke. Die Zentren des Hirschbirn-Anbaus sind das Pöllauer Tal, dazu die Region Pinggau-Friedberg, Stubenberg sowie die Bucklige Welt.

"Wir wissen alles über die Birne"
Grundlage für die Auszeichnung war eine Grundlagenstudie des Gleisdorfer Instituts. "Wir wissen nun alles über die Hirschbirne, etwa, dass sie von der fast ausgestorbenen Schneebirne abstammt." Daten über die Böden in der Region, das Klima, die Verarbeitungstradition – als das musste beim Antrag angeführt werden. Über das Patenamt in Wien ging er nach Brüssel, wo es vor kurzem grünes Licht für die Oststeirer gab. Künftig müssen sich die Obstbauern und Verarbeiter auf strenge Kontrollen einstellen.

Wilflings Team bemüht sich seit Jahren, die traditionelle Hirschbirne am Leben zu erhalten. Etwa 24.000 Bäume gibt es noch. Wilfling: "Der Bestand ist leider veraltet. Wir brauchen dringend eine Verjüngung." Bereits jetzt ist die Nachfrage nach den Hirschbirnen-Produkten groß. Sie wird künftig nicht kleiner werden.

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