Do, 23. November 2017

Keine Vorderbeine

16.04.2015 08:59

Rollstuhl aus dem 3D-Drucker für Hündin „Luisa“

Hündin "Luisa" wurde ohne Vorderbeine geboren, nur dank des Eingreifens engagierter Tierschützer ist sie heute noch am Leben. Bewegt vom Schicksal des Hundemädchens entwickelte das Team des 3D-Druckerherstellers Multec eine Fahr- und Gehhilfe mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker. Jetzt erobert Luisa die Welt und lebt glücklich beim Ehepaar Petra Rapp und Manuel Tosché, dem Multec-Gründungsteam. Den Bausatz für die Fahrhilfe stellt das Unternehmen sogar kostenlos zur Verfügung.

Der Start ins Leben war für Hündin Luisa doppelt schwierig: Ihre Mutter lebte als Streunerin in Italien und brachte die Kleinen auf einem Grundstück zu Welt, wo sie nicht willkommen waren. Mitglieder des Vereins "proTier e.V." bewahrten die Hündin mit den fünf Welpen vor dem Erschießen und stellten fest, dass die kleine Luisa keine Vorderbeine, sondern nur winzige Stummel hat.

Luisas Schicksal bewegte ganzes Unternehmen
Ohne Laufhilfe ist das Leben für Hündin Luisa mehr als beschwerlich, denn sie kann sich nur robbend und hüpfend fortbewegen. Als Florian Rapp, Mitarbeiter beim 3D-Druckerhersteller Multec, von ihrem Schicksal erfuhr, schloss er sich mit Karin Bufe, Masterstudentin der Medizintechnik, zusammen und entwickelte ein Fahrgestell mit gedruckter Brustschale, das den besonderen Anforderungen eines wachsenden Hundes gerecht wird. Es ist anatomisch anpassbar und verstellbar und bedeutet für Luisa eine ganz neue Bewegungsfreiheit bei ihren Ausflügen. Für Hunde mit ähnlichen Handicaps stellt das Unternehmen Multec die variable Konstruktion als Open-Source-Kit zur Verfügung.

"Idealer Einsatz" für den 3D-Drucker
Das Multec-Team hat bei der Entwicklung und Umsetzung der Fahr- und Laufhilfe ganze Arbeit geleistet: "Die anatomische Brustschale und tragenden Bauteile stellten den idealen Einsatzfall für die Herstellung mittels 3D-Drucker dar: kostengünstige Fertigung, leichte Bauweise, schnell und einfach zu drucken. Eine besondere Herausforderung war, das Fahrgestell so anzufertigen, dass es dem Körperbau eines Welpen sowie eines erwachsenen Hundes gerecht wird", erklärt Multec-Mitbegründer Manuel Tosché. Luisa sollte sich so früh wie möglich an ihre Ersatzbeine gewöhnen.

Neue Lebensqualität für Luisa
Die quirlige Luisa stecke voller Lebensfreude und Tatendrang, so Halter Tosché stolz. Wie jeder kleine Hund spiele sie gerne und liebe ihre Plüschtiere. Trotz ihrer körperlichen Einschränkung sei sie eine echte Frohnatur und ein richtiger Wirbelwind. Konnte sie sich bisher nur robbend und hüpfend bewegen, stehe ihr nun die Welt offen. Sie erobere aus eigener Kraft die neuen Freiräume im Haus und in der Natur. Luisa trainiere und übe mit ihrem Rollstuhl, baue Kraft in den Hinterbeinen auf und gewinne täglich an Bewegungsfreiheit und Selbständigkeit dazu. Über ihre Fortschritte berichten Luisas Besitzer in ihrem Blog.

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