Di, 22. Mai 2018

Mehrere Schusswunden

16.04.2015 13:53

Janukowitsch-Vertrauter Kalaschnikow getötet

Erneut ist ein früherer Vertrauter des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ermordet worden. Der Ex-Abgeordnete Oleg Kalaschnikow sei am Mittwoch mit Schusswunden tot in seinem Haus in Kiew entdeckt worden, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit. Am Donnerstag ereignete sich der nächste Mord: Ein prorussischer Journalist wurde in der Kiewer Innenstadt erschossen aufgefunden.

Es gebe bisher keinen Hinweis auf die Mörder des Journalisten Oles Busina, teilten die Behörden mit. Der 45-Jährige polarisierte seit Jahren mit seinen auflagenstarken Büchern zu Geschichtsthemen und als Kolumnist der Tageszeitung "Segodnja", deren Chefredakteur er zuvor gewesen war. Busina hatte zuletzt "Zensur" durch die neuen prowestlichen Machthaber sowie ein Auftrittsverbot im Fernsehen kritisiert.

Ermittlungen im Fall Kalaschnikow laufen
Bezüglich des Todes des ehemaligen Abgeordneten Kalaschnikow erklärte der Parlamentarier Anton Gueraschtschenko, die Polizei habe Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes aufgenommen. Es würden sowohl politische Motive als auch die These eines Raubmordes oder einer Tat aus wirtschaftlichen Gründen geprüft. Laut dem Abgeordneten hatte Kalaschnikow während der Proteste der proeuropäischen Opposition vergangenes Jahr Gegenkundgebungen organisiert. Janukowitsch war im Februar 2014 gestürzt worden und ins russische Exil geflohen.

Mysteriöse Selbstmorde unter Janukowitschs Freunden
Kalaschnikow ist bereits der vierte Verbündete von Janukowitsch, der in den vergangenen zwei Monaten unter verdächtigen Umständen verstarb. So war der frühere Gouverneur Olexandre Peluschenko tot in seinem Haus im Süden der Ukraine aufgefunden worden. Kurz davor war der frühere Abgeordnete Stanislaw Melnik tot in seinem Haus bei Kiew entdeckt worden. Beide Politiker sollen sich das Leben genommen haben.

Sohn des Ex-Präsidenten bei Unfall ums Leben gekommen
Ende Februar hatte sich zudem Michailo Tschetschetow, ein hoher Parlamentsmitarbeiter der Partei der Regionen, aus einem Fenster im 17. Stock gestürzt. Außerdem war Ende März der jüngste Sohn von Janukowitsch mit einem Kleinbus auf dem Eis des Baikal-Sees in Sibirien eingebrochen und ertrunken. Auch wenn die Vertrauten des Ex-Präsidenten von einem Unfall sprachen, wurde der Vorfall von manchen Beobachtern als verdächtig bewertet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden