So, 27. Mai 2018

Umfrage mit 15.000

15.04.2015 20:20

Wie das Urteil über Europark zustande kam

Da fließen Krokodilstränen: "Die CIMA kann durchaus die Enttäuschung des Europark in Salzburg nachvollziehen, keine Genehmigung für den weiteren Ausbau des Shopping Centers erhalten zu haben.“

So beginnt eine Aussendung der CIMA Austria Beratung und Management Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Schon im dritten Absatz des Mails, in dem das Urteil über den Europark zu begründen versucht wird, entlarvt sich das Institut selbst: "Dank eines hausinternen leistungsfähigen Call Centers werden jährlich rund 40.000 bis 50.000 Konsumenten-Interviews durchgeführt. Für die aktuelle Salzburg-Untersuchung wurden insgesamt 14.780 Bürger im Bundesland sowie den angrenzenden Räumen interviewt." Das bedeutet nach Ansicht von mehreren Experten nichts anderes, als dass CIMA eine "Meinungsumfrage" in das vernichtende Urteil gegen den Europark einfließen hat lassen.

Studien-Chef ist auch im Stadt-Marketing
Immer mehr gerät die Rolle des Instituts bei der Genehmigung des innerstädtischen großen Einkaufszentrums "Weberzeile" in Ried im Innkreis ins Visier: Hier gab es Zustimmung und das Shopping-Paradies mitten in der Bezirksstadt wird im Sommer eröffnet. Dazu scheint folgende Tatsache interessant zu sein: CIMA-Direktor Mag. Roland Murauer ist als "Nationaler Repräsentant" im Vorstand des Vereins "Stadtmarketing Austria." Dessen Präsidentin und Landessprecherin ist Mag. Inga Horny, die Geschäftsführerin der Altstadt Salzburg Marketing GmbH, die Schriftführerin leitet das Ortsmarketing von St. Johann in Tirol, der Kassier scheint beim Stadtmarketing in Villach auf. Horny begrüßte am Dienstag die Entscheidung gegen den Europark. Sie erwähnte aber dabei nicht, dass ausgerechnet die Grünen die von ihr dringend geforderte Erweiterung der Mönchsberg-Garage blockieren.

Wie viel die Studie gekostet hat, blieb bis jetzt unbekannt. Tatsache ist, dass die Infrastruktur des Europarks (von Wachzimmer, S-Bahn, O-Bus, Theater bis zu Freizeiteinrichtungen) im oft benachteiligten Stadtteil Taxham viel zu wenig beachtet worden ist.

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