So, 19. November 2017

Cut geschafft

10.04.2015 21:59

Golf-Ass Wiesberger erzwingt Wende in Augusta

Mit Kampfgeist, Nervenstärke und spektakulärem Golf hat Bernd Wiesberger bei seinem ersten Masters-Start doch noch die Wende herbeigeführt. Der 75er-Runde zum Auftakt ließ der Österreicher am Freitag in Augusta trotz eines Doppel-Bogeys eine 70er folgen. Bei gesamt 145 Schlägen und 1 über Par war der Cut damit gesichert. Dominierender Mann beim ersten Saison-Major bleibt Jordan Spieth.

Wiesberger zeigte am Freitag, dass er nicht zufällig als erster Österreicher zum prestigeträchtigsten Major der Welt eingeladen worden war. War bei ihm am ersten Tag noch nicht viel zusammen gelaufen, kämpfte der Masters-Neuling am Freitag wie ein Löwe, um nicht vorzeitig aus dem Garten Eden der Golfer vertrieben zu werden. Vor allem die zweiten neun Löcher spielte er dabei mit 3 unter Par beeindruckend.

"Da bin ich jetzt echt stolz darauf"
"Hätte man mir das vor den Backnine gesagt und dass ich auch noch den Cut schaffe, hätte ich das sofort genommen. Da bin ich jetzt echt stolz darauf", sagte Wiesberger nach seiner Runde, in der er sich aus fast ausweglosen Lagen mehrmals spektakulär gerettet hatte. "Ich habe zwar wieder nicht mein bestes Golf gezeigt, aber extrem gut gekämpft", fasste der Burgenländer seine zweite Runde im "Augusta National" zusammen.

Starker Beginn,…
Der Österreicher legte am zweiten Tag mit einer frühen Startzeit als Gesamt-69. Im Kampf um den Cut los. Aus dem 97 Mann großen Starterfeld dürfen nur die Top-50 plus Schlaggleiche auch am Wochenende beim mit neun Millionen Dollar dotierten Major-Turnier noch mit dabei sein. Wiesberger startete ebenfalls souverän und holte sich schon am zweiten Loch, dem ersten Par 5, sein erstes Birdie ab. Bei gesamt 2 über Par lag er damit schnell im voraussichtlichen Cut.

…doch dann gibt’s den Schock
Doch dann kam "Juniper". Auf der malerischen sechsten Spielbahn mit dem Namen "Wacholder", einem bergab zu spielenden Par 3, bei dem die Fans auf dem Fairway sitzen, rollte sein Ball auf dem überraschend harten Grün weiter aus als erwartet. Statt einen sicheren Putt spielen zu können, musste der Österreicher bergab chippen. Dabei erlebte er den Albtraum jedes Hobbygolfers.

Der Birdie-Chip verfehlte das Loch ebenso um einen Zentimeter wie der Retour-Putt zum Par vom Grün-Rand. Anschließend lippte der Bogey-Putt aus. Auf nur einem Loch hatte der Burgenländer mit einem Doppel-Bogey seine ganze Arbeit zunichtegemacht und lag plötzlich wieder zwei Schläge außerhalb des Finalfeldes.

Wiesberger zeigt Riesen-Moral
Wiesberger zeigte aber Moral. Nachdem er auf der Neun das Grün überschlagen hatte und sein Ball mitten in den Zuschauern gelandet war, blieb auch noch sein Chip im hohen Gras hängen. Dennoch stopfte er den wichtigen Par-Putt trotz heikler Bergablage zum Par.

Ausgerechnet im Herzen des berüchtigten "Amen Corner" klappte es dann zum ersten Mal. Auf der 12, dem vielleicht bekanntesten Par 3 der Welt, zirkelte Wiesberger den Ball perfekt über den Rae's Creek auf das Grün und verwertete den Birdie-Putt aus zwei Metern. Auf der 13 rettet er trotz eines Wasserballs das Par und auf der 15, dem letzten Par 5 des Kurses, kam das nächste Birdie.

Wiesberger am Ende "on fire"
Danach war Wiesberger endgültig "on fire". Schon auf der 16 ließ er seinen nächsten Schlaggewinn folgen und danach nichts mehr anbrennen. Auf der 18 schoss er den Ball vom Tee zwar in den Wald, rettete sich aber auch aus dieser Situation spektakulär. Den Cut beim Masters gleich beim Premieren-Auftritt geschafft zu haben, sei etwas Besonderes. "Ich habe immer gewusst, dass ich es kann. Nun habe ich auch gezeigt, dass ich dabei bin, so wie ich spiele", gab sich der Burgenländer stolz.

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