So, 27. Mai 2018

Feier in Warschau

10.04.2015 18:52

Polen gedachte der Opfer von Smolensk

Polen hat am Freitagvormittag der Opfer der Flugzeugkatastrophe von Smolensk vor fünf Jahren gedacht. Am 10. April 2010 waren beim Absturz einer Regierungsmaschine während des Landeanflugs auf das russische Smolensk 96 Menschen ums Leben gekommen, darunter der damalige Präsident Lech Kaczynski.

Das derzeitige Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski und Regierungschefin Ewa Kopacz nahmen an der zentralen Gedenkfeier auf dem Militärfriedhof Powazki in der Hauptstadt Warschau teil, bei der die Namen der Opfer vorgelesen wurden. Anschließend wurde in einer Schweigeminute der Toten gedacht. Komorowski meinte, er hoffe, dass das Gedenken die polnische Gesellschaft einen könne.

Die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), deren Vorsitzender Jaroslaw Kaczynski der Zwillingsbruder des verunglückten Präsidenten ist, organisierte eine eigene Gedenkfeier vor dem Präsidentenpalast. Im Rahmen dieser warf Kaczynski der Regierung und den Behörden Versagen bei der Aufklärung der Katastrophe vor. "Sie haben die polnische Gesellschaft fortwährend angelogen", sagte er.

Anschlagstheorie wird weiter geschürt
Viele PiS-Anhänger sind bis heute davon überzeugt, dass der Absturz ein Mordanschlag auf Kaczynski war. Der PiS-Abgeordnete Antoni Macierewicz schürte die Anschlagstheorien mit einem weiteren Untersuchungsbericht, in dem er am Freitag von mehreren Explosionen an Bord der Unglücksmaschine sprach. Am 10. April 2010 habe der "Ansturm aus dem Osten" begonnen, sagte er. Kaczynski und die Elite Polens seien ein "Bollwerk der westlichen Zivilisation" gewesen.

Eine Untersuchungskommission des polnischen Innenministeriums geht von Piloten-Versagen aus. Viele Opferfamilien wiederholten am Freitag Forderungen nach einer neuen, internationalen Untersuchungskommission. Komorowski wies diese Idee zurück.

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