So, 27. Mai 2018

Schütze gefasst

09.04.2015 17:12

Drei Tote bei Amoklauf im Mailänder Justizpalast

Drei Tote und zwei Schwerverletzte ist die Bilanz eines Amoklaufs im Mailänder Justizpalast am Donnerstag. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen Insolvenzrichter, einen Rechtsanwalt und einen Zeugen bei einem Insolvenzprozess, bei dem der Schütze, ein 57-jähriger Unternehmer, angeklagt war, berichtete der Mailänder Oberstaatsanwalt Edmondo Bruti Liberati.

Der Zustand der beiden Verletzten sei nicht besorgniserregend, hieß es. Der Täter, der 13 Pistolenschüsse abfeuerte, flüchtete mit einem Scooter, wurde aber in der Kleinstadt Vimercate, 30 Kilometer von Mailand entfernt, festgenommen.

Rache als Motiv für tödliche Schüsse
Er wollte dort angeblich auch zwei ehemalige Geschäftspartner töten, die er für die Insolvenz seiner Immobiliengesellschaft verantwortlich machte, berichteten die Justizbehörden in Mailand. Der Unternehmer war mit rund drei Millionen Euro verschuldet. "Ich wollte mich an denjenigen rächen, die mich ruiniert haben", sagte der Unternehmer den Fahndern.

"Wäre er nicht festgenommen worden, hätte er andere Menschen getötet", betonte der italienische Innenminister Angelino Alfano bei einer Pressekonferenz in Mailand. Nach der Festnahme erlitt der Täter einen Schwächeanfall und musste mit einem Rettungswagen ins Spital eingeliefert werden.

Schwere Sicherheitsmängel im Justizpalast
Premier Matteo Renzi klagte über schwere Sicherheitsmängel im Mailänder Justizpalast. Jetzt müsse rasch geklärt werden, warum der Täter bewaffnet in den Gerichtssaal eindringen konnte. Mit den Ermittlungen wurde die Staatsanwaltschaft von Brescia beauftragt. Nicht ausgeschlossen wird, dass der Täter mit einem gefälschten Ausweis den Justizpalast betreten konnte. Er habe sein Vorgehen genau geplant, so die Ermittler.

Die Schüsse fielen, während Innenminister Alfano in Mailand ein Gipfeltreffen zur Planung der Sicherheitsvorkehrungen in Hinblick auf die am 1. Mai beginnende Expo koordinierte. Die Sitzung wurde unterbrochen, um dem Innenminister und dem Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia zu ermöglichen, die Entwicklungen im Justizpalast zu verfolgen. Auch Renzi stand wegen des Vorfalls mit dem Innenminister in Verbindung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Naht der Abschied?
Ronaldo rätselhaft: „Es war sehr schön bei Real!“
Fußball International
Nach Reals CL-Triumph
Zidane jubelt: „Das ist ein historischer Moment!“
Fußball International
Frühzeitiges Final-Aus
Das Salah-Drama! Jetzt wackelt sogar die WM
Fußball International
Unglücksrabe
Karius bittet unter Tränen um Entschuldigung
Fußball International
„Sargnagel“ Karius
Liverpool-Goalie schenkt Real Madrid den CL-Titel!
Fußball International
Irres CL-Finale
Jahrhundert-Tor im Schatten zweier Mega-Patzer
Fußball International
Es ging heiß her
CL-Finale: Die Eröffnungsshow in Bildern
Fußball International

Für den Newsletter anmelden