So, 27. Mai 2018

Grab in Jerusalem?

08.04.2015 09:40

Forscher: "Jesus wurde mit Frau und Sohn beerdigt"

Wenn es stimmt, wäre es wohl eine echte Sensation: Der israelische Archäologe Arye Shimron und der israelisch-kanadische Filmemacher Simha Jacobovic behaupten, beweisen zu können, dass Jesus Christus verheiratet war und einen Sohn hatte. Das berichtet die Tageszeitung "Jerusalem Post".

Dem Blatt zufolge wollen die Männer den "nahezu zweifelsfreien" Beweis erbracht haben, dass Jesus mit neun anderen Menschen - darunter seiner Frau Maria und seinem Sohn Judas - in einem bereits 1980 entdeckten Familiengrab in Jerusalem begraben wurde. Dafür würden Inschriften auf sogenannten Ossuaren (Behältnisse, die zur Aufbewahrung menschlicher Knochen dienen, Anm.) hinweisen, ist Shimron überzeugt.

Knochenkästen aufwendig untersucht
Der Forscher glaubt laut "Jerusalem Post" nach jahrelangen Forschungen und mittels 150 verschiedener Tests beweisen zu können, dass das sogenannte Jakobus-Ossuar (kleines Bild) genau wie neun weitere Knochenkästen aus Kalkstein - darunter einer, der mit "Judah, Sohn des Jesus" beschriftet ist - aus einem Höhlengrab im Jerusalemer Stadtteil Talpiot stammen. Vor allem Erdreste, die man mittels aufwendiger Verfahren untersucht habe, würden zeigen, dass die Ossuare "die meiste Zeit ihrer Existenz" im selben Grab gelegen seien, so Shimron.

Manche Wissenschaftler ziehen wegen Inschriften auf den Ossuaren den Schluss, dass es sich bei der Höhle um die Grabkammer von Jesus handeln könnte. Auf sechs der zehn Särge sei zu lesen: "Jesus, Josephs Sohn" sowie "Judah, Sohn von Jesus" und "Maria" (zweimal). Dabei ist Forschern zufolge einmal die Mutter von Jesus und das andere Mal Maria Magdalena gemeint. Aus den Angaben über Judah folgert auch Shimron, dass Jesus einen Sohn gehabt habe.

Echtheit von Jakobus-Ossuar umstritten
Allerdings ist die Echtheit des vermeintlich 2002 entdeckten Jakobus-Ossuars, das die Inschrift "Jakobus, Sohn des Josef, Bruder des Jesus" enthält, unter Experten umstritten. So kam bereits 2003 eine Untersuchungskommission zum Ergebnis, dass der Knochenkasten mit einer Inschrift verfälscht wurde, um ihn als Jakobus-Ossuar erscheinen zu lassen. 2012 wurde dieses Urteil aber wieder für nichtig erklärt.

Filmemacher Simha Jacobovic hatte bereits 2007 mit dem Dokumentarfilm "The Burial Cave of Jesus" (Die Grabhöhle von Jesus) für Aufsehen gesorgt. In dem Streifen geht es um einen in Jerusalem gefundenen Knochensarg aus Kalkstein, der angeblich die Gebeine von Jesus von Nazareth enthält.

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