Di, 22. Mai 2018

"Monster in mir"

07.04.2015 18:01

Mehrfach Kinder missbraucht: Neun Jahre Haft

Weil er sich regelmäßig an seinen unmündigen Söhnen im Alter von erst fünf, sieben und neun Jahren und auch an einer sechsjährigen Nachbarstochter sexuell vergangen hat, ist ein 36-jähriger Mann am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wird er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

In dem großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Prozess bekannte sich der Angeklagte "definitiv schuldig" und kehrte vor dem Schöffensenat quasi sein Inneres nach außen. Er sprach von einem "Monster in mir", das er nicht im Griff gehabt habe. So sei es dazu gekommen, dass er sich zunächst an der Tochter der Nachbarn vergriffen habe, auf die er eigentlich aufpassen hätte sollen.

"In mir steckt was drinnen, was nicht hierher gehört", versuchte der Beschuldigte seine Perversionen zu erklären. Die Ideen seien einfach so über ihn gekommen - spontan, wie er angab. Die sexuelle Erregung sei dabei zuerst gar nicht im Vordergrund gestanden. Wegen des "Monsters" habe er auch einen "Psycho-Doktor" konsultiert, "aber der hat mir nicht einmal richtig zugehört. Ich musste mit meinen Gedanken alleine zurechtkommen".

Übergriffe "regelmäßig und häufig"
Laut dem Richter sollen die Übergriffe auf die Kinder "regelmäßig und häufig" geschehen sein und sich im Laufe von zwei Jahren beinahe zu einer "gewissen Normalität" entwickelt haben. Ihm sei schon manchmal durch den Kopf geschossen, dass er die Kinder psychisch ruiniere, "aber irgendwann war es mir wurscht", schilderte der 36-Jährige.

Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Unterbringung erfolgt wegen der dem Angeklagten per Gutachten attestierten Gefährlichkeit. Das Urteil des Schöffensenates ist nicht rechtskräftig: Der 36-Jährige verzichtete zwar auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft gab aber keine Erklärung ab.

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