Fr, 24. November 2017

Große Fortschritte

07.04.2015 08:56

Verein „Rote Pfote“ erforscht Krebs bei Tieren

"Cleo" hat Krebs - es ist der Albtraum jedes Tierhalters, wenn er so eine Diagnose zu hören bekommt. Cleopatra ist eine schwarz-weiße Hauskatze, die vor fünf Jahren als Baby vor dem Verhungern gerettet wurde. Jetzt hat sie plötzlich einen Knoten an der hinteren Pfote. Eine enge Verbindung ist zwischen ihr und ihrer Menschenfamilie entstanden. Gibt es Hoffnung?

Immerhin sind bösartige Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Hunden (45 Prozent) und Katzen (30 Prozent) über zehn Jahre. Tiere können weitgehend die gleichen Tumorarten entwickeln wie wir Zweibeiner. "In vielen veterinärmedizinischen Universitätskliniken, aber auch spezialisierten Kleintierkliniken in Europa ist schon sehr viel möglich. Wir können hier den meisten Tumorpatienten helfen, idealerweise auch heilen, vor allem, wenn früh diagnostiziert wird. Die Meinung, man müsse abwarten oder könne nichts tun, ist überholt", so Tierarzt Dr. Michael Willmann, Onkologische Abteilung der Klinik für Interne Medizin, Veterinärmedizinische Universität Wien.

Leistbare Krebstherapien für Tiere
In Zusammenarbeit Dr. Erika Jensen-Jarolim und Dr. Edgar Selzer, Ärzten der Humanmedizin, gründete er daher den Verein "Rote Pfote", der bereits seit 2007 interdisziplinär im Bereich der Krebsforschung tätig ist und sich auch der Entwicklung leistbarer Therapien für Tiere in Europa gewidmet hat. Als vor zehn Jahren das Hundegenom entschlüsselt wurde, brachte das den Durchbruch für die Forschung – denn es stellten sich mehr Ähnlichkeiten zwischen uns und unserem liebsten Gefährten heraus als gedacht.

Förderung vieler Forschungsprojekte
Der Verein hat mittlerweile etliche interessante Projekte gefördert, eines davon eine klinische Studie zur therapeutischen Impfung gegen Brustkrebs. Dr. Willmann ist überzeugt, dass man auch in der Veterinärmedizin gegen Krebserkrankungen mittels Impfung vorgehen wird können. Weiters lassen sich Erkenntnisse rund um Allergien nutzen. Hierbei spielt Immunglobulin E (IgE) eine Rolle. Ein Übermaß dieses Stoffes im Körper hat sich im Immunsystem als gewisser Schutzfaktor gegen Krebs herausgestellt. Die "Rote Pfote" unterstützte daher eine Arbeit zur Charakterisierung von IgE des Hundes als Grundlage neuer Behandlungsmethoden.

Human- und Tierärzte arbeiten zusammen
Dr. Willmann: "Vieles wurde in der Medizin mit dem Hund entwickelt und ihm nie zurückgegeben. Wenn Human- und Tierärzte gemeinsam arbeiten, haben wir für beide etwas! Wir sind durch den Vergleich viel effizienter, das beginnt bereits im Labor bei der genetischen Gegenüberstellung, geht über funktionelle Untersuchungen neuer Medikamente bis zu klinischen Studien bei Mensch und Tier. Das ermöglicht uns einen enormen Wissenszuwachs!"

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