Fr, 20. Oktober 2017

Kontrollen gefordert

06.04.2015 18:36

Illegales Glücksspiel nimmt zu

Obwohl das Automatenglücksspiel in Salzburg verboten ist, nimmt die Zahl der Lokale mit Glücksspielautomaten stätig zu. Etwa 5.000 Personen sind laut Schätzungen süchtig. Die Wirtschaftskammer fordert eine Legalisierung der Automaten. AK-Konsumentenschutz-Sprecher Johann Maier ist strikt gegen eine Lockerung.

Mehr als 700 illegale Automaten sollen sich derzeit in Lokalitäten im gesamten Bundesland befinden. Während sich einige Betreiber die Mühe machen, Wettautomaten zu manipulieren, gibt es in anderen Gaststätten die Möglichkeit, ganz offensichtliche an illegalen Geräte zu spielen. Denn das Spiel mit dem Geld lohnt sich – vor allem für die Betreiber: Ein Automat an einem guten Standort bringt bis zu 15.000 Euro monatlich, schlechtere Standorte zumindest 5.000 Euro.

Die geringen Verwaltungsstrafen werden dabei gerne in Kauf genommen. Immerhin stellen sie bloß einen Bruchteil der enorm hohen und steuerfreien Einkommen der Betreiber dar. "Die Situation hat sich verschärft. Nicht nur die Anzahl der Automaten, sondern auch die der Lokalitäten hat stark zugenommen", sagt Johann Maier. Besonders beliebt sind Standorte in Problembezirken. Hier sind es vor allem arbeitsuchende Männer, die auf das große Glück beim Automatenspiel vertrauen.

Wirtschaftskammer fordert Lockerung
Die SOKO Glücksspiel versucht seit mehreren Jahren gegen die illegalen Glücksspiel-Betreiber vorzugehen – jedoch mit mäßigem Erfolg. Die Wirtschaftskammer fordert nun eine Lockerung der Glücksspiel-Regeln, um die illegalen Betreiber zu stoppen. Wenig begeistert von diesem Vorschlag zeigt sich Johann Maier: "Nur weil es an manchen Stellen erlaubt ist, heißt das nicht, dass die kriminellen Betreiber nicht weiter machen." Denn illegale Automaten wird es immer geben, solange es keine strengeren Strafen für die Verantwortlichen gibt, ist sich Maier sicher.

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