Di, 21. November 2017

Riesiges Schneebrett

06.04.2015 18:29

Lawine donnerte an Skifahrern vorbei

Es geschah am Ostermontag abseits der Pisten an der Flanke der Steinfeldspitze in Zauchensee: Ein Schneebrett mit einer Abrisskante mehr als zwei Meter hoch und 800 Meter lang donnerte an zwei Variantenfahrern vorbei. Die beiden Männer holten sofort Hilfe, lange war unklar, ob jemand verschüttet wurde. Nach intensiver Suche gab die Bergrettung dann Entwarnung.

"Wir sind alle sehr, sehr froh, dass anscheinend niemand verschüttet wurde. Ich kann mich nicht erinnern an der Flanke der Steinfeldspitze schon einmal eine Lawine gesehen zu haben – und schon gar nicht so eine große", atmete Veronika Scheffer, Geschäftsführerin der Bergbahnen in Zauchensee auf. Und tatsächlich, das Schneebrett war gigantisch und selbst vom gegenüberliegenden Rauchkopf deutlich zu sehen. Maria Riedler von der Salzburger Bergrettung, die mit ihrem Hund "Ares" den Lawinenkegel zusammen mit ihren Kameraden – insgesamt waren zirka 20 Bergretter und vier Suchhunde sowie der Alpin Heli 6 und die Alpinpolizei im Einsatz – abgesucht hat: "Die Abrisskante ist über zwei Meter hoch, die Länge beträgt 800 Meter. Die Massen rasten in drei Bahnen Richtung Tal."

Zwei Männer kamen mit dem Schrecken davon, denn die Lawine donnerte an ihnen vorbei. Sie holten dann auch Hilfe, die rasch und effektiv kam, denn es war nicht gleich klar, ob nicht andere Variantenfahrer verschüttet worden sind. "Wir haben mit allen Mitteln intensiv gesucht. Es wäre aber unmöglich, den ganzen Bereich zu sondieren. Aber da niemand vermisst gemeldet worden ist, sind wir optimistisch, dass es tatsächlich keine Opfer gibt", erklärt Maria Riedler.

Rettungsaktion durch Freerider behindert
Dass die Retter bei äußerst schwierigen Bedingungen wieder einmal ihr Leben aufs Spiel setzen mussten, um anderen zu helfen, hätte aber an diesem Tag nicht sein müssen. Die Warnungen vor Lawinen am Osterwochenende waren intensiv und nicht zu überhören. Es ist kein Geheimnis, dass große Neuschneemassen und starker Wind ein gefährlicher Mix sind. "Natürlich steht an dieser Stelle auch ein nicht zu übersehendes Warnschild, aber da fahren viele einfach daran vorbei", weiß auch Betriebsleiter Reinhard Perwein. Er schickte sofort Bergbahnen-Mitarbeiter los, um die Stelle für die Suchaktion abzusperren – vielfach vergebens. "Da darf man schon einmal Kritik äußern. Dass eine Rettung durch Schaulustige oder jene, die trotz allem in den Tiefschnee fahren, behindert wird, geht einfach nicht", unterstreicht Veronika Scheffer. Fast in ganz Salzburg herrscht zurzeit Lawinenwarnstufe 3, also erhebliche Gefahr. Bis die Schneedecke wieder stabiler wird, ändert sich das auch nicht.

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