So, 27. Mai 2018

Cybermobbing-Report

03.04.2015 10:57

So terrorisieren Schüler und Eltern Lehrer im Netz

Neue Technologien wie das Smartphone und soziale Medien haben den Alltag von Lehrern massiv verändert – und zwar nicht ausschließlich zum Positiven, wie eine neue Studie aus Großbritannien zeigt. Sie gelangt zu der Erkenntnis, dass immer mehr Lehrer Opfer von Cybermobbing im Social Web werden. Verantwortlich sind nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern.

Eine Umfrage der britischen Lehrervereinigung NASUWT unter 1.500 Mitgliedern zeigt ein erschreckendes Bild. Innerhalb eines einzigen Jahres stieg die Zahl der Lehrer, die im Netz bereits Opfer von Cybermobbing geworden sind, von 21 auf 60 Prozent.

In sozialen Netzwerken wie Facebook würden sie nicht nur von Schülern mit beleidigenden Fotos und Kommentaren gemobbt, sondern sogar zum Ziel der Beschimpfungen von Eltern und Verwandten ihrer Schüler. Die Hälfte der Mobbing-Opfer unter den Lehrern gibt an, von Schülern belästigt zu werden, immerhin 40 Prozent werden im Netz aber auch von den Eltern terrorisiert. Der Rest gibt an, sowohl von Eltern als auch Schülern gemobbt zu werden.

"Ich hoffe, sie bekommt Krebs"
Die Palette der Beschimpfungen, denen Lehrer im Netz ausgesetzt sind, ist groß. Oft knipsen Schüler mit ihren Smartphones im Unterricht unbemerkt Fotos vom Lehrer, posten diese anschließend ohne dessen Einverständnis auf Facebook – und versehen die Bilder mit beleidigenden, zum Teil sogar richtig hasserfüllten Kommentaren.

Häufig werden von den Schülern gefälschte Facebook-Profile für ihre Lehrer angelegt, auf denen sie mit Beleidigungen und teilweise hasserfüllten Kommentaren um sich werfen. "Ich hoffe, sie bekommt Krebs" soll ein Schüler unter das Foto einer Lehrerin gepostet haben, in einem anderen Fall wurde eine britische Lehrerin von einem Verwandten eines Schülers wegen ihres Äußeren aufs Derbste beschimpft.

"Das ist zutiefst beunruhigend"
Die Entwicklung sei zutiefst beunruhigend, so Chris Keates, Generalsekretär der Lehrervereinigung, zur britischen TV-Anstalt BBC. Besonders verstörend an dem Trend sei, dass nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern in den sozialen Medien Lehrer mobben. Von Vorbildwirkung der Eltern könne angesichts dieser Tatsache vielfach keine Rede mehr sein.

Besonders problematisch sei Cybermobbing für Lehrer, die Kinder zwischen elf und 16 Jahren unterrichten. Mehr als die Hälfte der Lehrer, die Opfer von Cybermobbing wurden, wurde von Jugendlichen zwischen 14 und 16 im Netz beschimpft, Kinder zwischen elf und 14 Jahren sind die zweitgrößte Gruppe der Mobbingtäter. Immerhin 20 Prozent der befragten Lehrer wurden von Jugendlichen über 16 Jahren gemobbt, Lehrer mit sieben- bis elfjährigen Schülern bleiben von Mobbing hingegen weitgehend verschont.

Die Lehrervereinigung warnt angesichts des bedenklichen Trends, dass das ständige Cybermobbing, dem viele Kollegen ausgesetzt seien, mit der Zeit negative Auswirkungen auf die Lehrkräfte haben könne. Die Gesundheit und das Wohlbefinden vieler Kollegen würden in Mitleidenschaft gezogen und ihr Vertrauen in ihre Berufswahl leide, heißt es von der Vereinigung. Schließlich seien auch Lehrer nur Menschen.

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