Mo, 28. Mai 2018

Drama statt Komödie

08.04.2015 15:31

"Cake": Jennifer Aniston sieht Geister

Es ist ein Quantensprung von der topfrisierten, liebenswerten Rachel in der Sitcom "Friends" zur verbitterten Schmerzpatientin Claire im Indiedrama "Cake" (Kinostart: 10. April). Jennifer Aniston hat ihn gewagt - und wurde prompt als Oscar-Kandidatin gehandelt. Die Nominierung blieb zwar aus. Der Beweis, dass die Komödiendarstellerin auch im Charakterfach ernst zu nehmen ist, ist aber erbracht.

Claire (Jennifer Aniston) hat sich in einen Kokon aus Zynismus eingesponnen. Durch einen Unfall ist ihr Körper entstellt. Der chronische Narbenschmerz, der sie aushöhlt, sich nicht betäuben lässt, findet auch in einer Selbsthilfegruppe keine Linderung. Der Freitod einer jungen Frau aus dieser Patientenrunde beschäftigt Claire. Umso mehr, als deren spöttischer Geist sie heimsucht...

Das populäre "Friends"-Girl hatte mit diesem uneitlen Part als "Psychosen-Resli" auf einen Oscar gehofft. Glaubhaft vermittelte körperliche und seelische Versehrung hätten ein Erfolgsgarant sein können. Auch ohne Preis zählt Anistons Tour de Force unbestritten zu den besten Leistungen ihrer Karriere.

Wäre da nicht die aufgesetzte Romanze mit dem Ehemann (Sam Worthington) der Selbstmörderin, der obskure Spuk und das vergeudete Talent hochkarätiger Nebendarsteller wie Felicity Huffman, Adriana Barraza oder William H. Macy, deren Figurenzeichnung flach bleibt. Mitleid heischendes Arthousekino, das am Ende den titelgebenden Kuchen serviert. Regie führte Daniel Barnz.

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