Di, 21. November 2017

Skurriler Themenpark

02.04.2015 14:08

Bibelwelt in Salzburg öffnet ihre Pforten

Nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet am Samstag nach Ostern in der Stadt Salzburg ein ungewöhnliches Erlebnishaus. Die Bibelwelt soll helfen, das Buch Gottes mit allen Sinnen zu erfahren. Dazu wurde der hintere Teil der 60 Jahre alten Elisabeth-Kirche in der Plainstraße aufwendig umgebaut. Auf 600 Quadratmetern werden Besuchern biblische Inhalte auf zum Teil unkonventionelle Weise präsentiert.

"Das Haus soll den Schatz der biblischen Kultur den Menschen zugänglich machen. Menschen, die sich sonst vielleicht nicht in eine Kirche verirren", sagte der Initiator des Projekts, Pfarrer Heinrich Wagner, am Donnerstag. "Die Bibel beschäftigt sich zwar mit alten Themen, hilft dabei aber, mit den Herausforderungen des heutigen Lebens umzugehen."

Religionsunterricht und Abenteuerspielplatz
Die Bibelwelt ist für Besucher aller Konfessionen gedacht und verzichtet fast völlig auf Schrift. Es gibt keine Schautafeln, dafür führt ein Audioguide durch das Haus - speziell abgestimmt auf verschiedene Altersgruppen, dazu gibt es eine Version auf Englisch. Konkrete Bibelstellen werden als Mischung aus Religionsunterricht und Abenteuerspielplatz präsentiert. Eine 45 Quadratmeter große begehbare Landkarte macht etwa die Missionsreisen des Paulus lebendig, neben Jesus die zentrale Figur der Ausstellung. Wie sah ein Haushalt zur Zeit Jesu aus, und was für Geschichten ereigneten sich rund um den See Genezareth? Dann gibt es einen unterirdischen Tunnel, der sich nur kriechend bezwingen lässt - und enge, dunkle Gänge voller Hindernisse.

"Gott hat wohl ein wenig geholfen"
Zwölf Jahre lang hat Wagner an der Verwirklichung seiner Idee gearbeitet - und seit 2006 immer wieder Rückschläge erlitten. Vor zwei Jahren dann beschritt er einen unkonventionellen Weg: Ohne Baubewilligungen begann er, das Projekt in seiner Kirche umzusetzen. "Ich sagte mir: Entweder ich gehe es jetzt an oder muss es begraben." Mit einem Team von rund 70 ehrenamtlichen Helfern machte er sich ans Werk. Mit Unterstützung von Land, Diözese und einer Vielzahl privater Spender gelang es, die notwendigen Mittel aufzutreiben. Laut dem Pfarrer wurden 750.000 Euro investiert. Und Wagner riskierte viel: Erst am 31. März seien die letzten Bewilligungen der Behörden eingelangt. Zu diesem Zeitpunkt stand der Eröffnungstermin schon ein halbes Jahr lang fest. "Das war natürlich der verkehrte Weg, aber da hat Gott wohl ein wenig geholfen."

Über die Zahl der erwarteten Besucher hielt sich Wagner bedeckt. "Aber ich hoffe, dass die Bibelwelt gestürmt wird." Läuft das Haus mit Erfolg, sei auch ein weiterer Ausbau vorstellbar. Denn die Bibel biete noch Unmengen an Geschichten.

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