Di, 22. Mai 2018

Nach Airbus-Tragödie

02.04.2015 09:20

Berlin prüft nun Ausweisplicht auf Schengen-Flügen

Als Konsequenz aus der Germanwings-Katastrophe lässt Deutschland nun die Wiedereinführung der Ausweispflicht auf allen Flügen innerhalb des Schengen-Raums prüfen. Nach der Tragödie in den französischen Alpen mit 150 Todesopfern hätten die Behörden laut Innenminister Thomas de Maiziere nicht einmal feststellen können, wer tatsächlich in der Maschine gesessen sei. Das sei "ein riesiges Sicherheitsproblem".

Im Schengen-Raum wird die Identität der Passagiere seit dem Wegfall der Grenzen nicht mehr systematisch kontrolliert. "Wenn ein Passagier sein Ticket an jemand anderen abtritt, wird nur der Name des ersten Passagiers erfasst", sagte de Maziere der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. "Wir müssen ernsthaft überlegen, ob das in Zukunft wirklich noch so bleiben kann."

Der Minister ortet hier ein "ein riesiges Sicherheitsproblem": "Nach dem Absturz haben wir bei allen Passagieren und der Crew überprüft, ob sie uns als Gefährder bekannt sind - weil wir wissen wollten, ob es sich um einen Terroranschlag handelt. Wir mussten aber feststellen, dass zunächst gar nicht klar war, wer überhaupt in dem Flugzeug saß." Maiziere spricht sich in diesem Zusammenhang auch für einen besseren Austausch von Fluggastdaten mit Nicht-EU-Staaten aus, um potenzielle Täter aufzuspüren und Terroranschläge verhindern zu können.

Abschaffung der Totalverriegelung von Cockpit-Türen?
Wie "Bild" weiter berichtete, haben deutsche und französische Experten eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die prüft, ob der Türschutz-Mechanismus im Flugzeug-Cockpit wieder abgeschafft werden soll. Dieser kann für die Totalverriegelung der Cockpit-Tür sorgen. Der Mechanismus wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingeführt, bei denen Terroristen in die Cockpits gestürmt waren und die Kontrolle über die Flugzeuge übernommen hatten. Nach dem nunmehrigen Germanwings-Drama ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit dieser Vorrichtung entbrannt.

Die Maschine der Lufthansa-Tochter mit 150 Menschen an Bord war in der vergangenen Woche in den französischen Alpen abgestürzt. Den Ermittlern zufolge sperrte der Co-Pilot den Flugkapitän aus dem Cockpit aus und ließ die Maschine absichtlich an einer Felswand zerschellen. Der 27-Jährige, der am Flugtag eigentlich krankgeschrieben war, soll an Depressionen gelitten haben.

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